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Immobilien-Investments
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Kassen droht Milliarden-Anlageverlust

Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen immer deutlicher das große Ausmaß der Verluste gesetzlicher Krankenkassen durch riskante Immobilieninvestments. Insgesamt könnte der Schaden die Milliardenmarke überschreiten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.
AutorKontaktdpa
Datum 10.09.2026  13:00 Uhr

Betroffene Krankenkassen nahmen offenbar bereits bis Ende 2025 Wertberichtigungen in Höhe von rund 400 Millionen Euro vor, wie die Regierung in einer vom Bundestag veröffentlichten Antwort auf eine Grünen-Anfrage schreibt. Die Verluste könnten noch weit größer sein. NDR, WDR und »Süddeutsche Zeitung« berichteten zuerst darüber.

Die Kassen dürften demnach noch deutlich höhere Summen verloren haben. Weitere Anlagewerte betrügen über 700 Millionen Euro, so die Regierung. Laut dem Medienbericht handelt es sich um mögliche Fehlinvestitionen, die noch in den Bilanzen schlummern. Bereits bekannt war, dass Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) hohe Summen durch unsichere Investments in bestimmte Fonds zur Immobilienfinanzierung verloren hatten, bei denen Investoren inzwischen von einem Totalverlust ausgehen.

Die Regierung zitiert in ihrer Antwort nun Zahlen des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS). Laut dem Medienbericht liegt der »mögliche Schaden« allein bei den 58 bundesweit agierenden Kassen, für die das BAS zuständig ist, bei den genannten insgesamt 1,1 Milliarden Euro.

Einige Kassen habe Klage erhoben

Die Regierung schreibt unter Nennung der betroffenen Fonds: »Das BAS geht aktuell davon aus, dass es bei den Inhaberschuldverschreibungen Verius II und Verius III zu weiteren Verlusten kommen kann.« Zu den regionalen Kassen, die der Landesaufsicht unterstehen, lägen keine Informationen vor.

»Einige Krankenkassen haben für die Jahresrechnung 2026 weitere Wertberichtigungen angekündigt«, schreibt die Regierung. »Ein Gesamtverlust kann noch nicht beziffert werden.« Einige Kassen hätten Klagen erhoben und Strukturen eingerichtet, um gepfändete Immobilien verkaufen zu können. Gerichtsverfahren liefen.

Bei den verlorenen Millionensummen der Krankenkassen handelt es sich laut NDR, WDR und »Süddeutscher Zeitung« um Beitragsgelder von gesetzlich Versicherten. Bei den  KVen entspreche das Geld Mitgliedsbeiträgen von Ärztinnen und Ärzten. KVen sind – wie die gesetzlichen Kassen – Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie sollen die ambulante Versorgung durch Vertragsärzte und Psychotherapeuten sicherstellen.

Laut viertem Sozialgesetzbuch (SGB IV) sind die Mittel der Träger der Sozialversicherungen »so anzulegen und zu verwalten, dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint, ein angemessener Ertrag erzielt wird und eine ausreichende Liquidität gewährleistet ist«. Ausfall- und Liquiditätsrisiken seien durch eine Mischung und Streuung der Anlagen zu begrenzen.

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