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Kein Gang in die Apotheke

Lindner fordert FFP2-Maskenabgabe per Post

Eine FFP2-Maskenpflicht sollte bundesweit geprüft werden. Das fordert der FDP-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Christian Lindner. In Bayern gilt eine solche Pflicht ab kommenden Montag. Die bayerische Staatsregierung will nun 2,5 Millionen kostenlose FFP2-Masken ohne Mithilfe der Apotheker an Bedürftige verteilen. Lindner pocht derweil auf eine Verteilung der Masken per Post, Risikopatienten sollten die Masken auch ohne den Gang in die Apotheke erhalten.
Charlotte Kurz
13.01.2021  16:45 Uhr

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Lindner scheint als Oppositionspolitiker einen neuen Ansatz gefunden zu haben, um die Politik der Bundesregierung zu kritisieren: FFP2-Masken. Am heutigen Mittwoch forderte Lindner die Bundesregierung dazu auf, die Möglichkeit einer FFP2-Maskenpflicht zu prüfen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte gestern angekündigt, eine solche Pflicht ab Montag in Bayern einzuführen. »Wir sollten Markus Söders Forderung nach einer Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske sorgfältig prüfen«, erklärte der Bundestagsabgeordnete am Mittwoch im Bundestag.

Erst am gestrigen Dienstag pochte er zudem in einem Video-Interview der Bild-Zeitung darauf, Risikopatienten mit FFP2-Masken zu versorgen und so vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. Wörtlich sagte er, es sei gefordert »FFP2-Masken an Menschen mit hohem Risiko abzugeben und zwar verschickt mit der Post ohne Gang zur Apotheke«. Diese und weitere Maßnahmen, wie etwa Taxigutscheine oder exklusive Zeitfenster beim Lebensmitteleinkauf für vulnerable Gruppen, seien zudem gefordert. Damit könnten Kontakte und die Ansteckungsgefahr weiter reduziert werden, so Lindner.

Die FFP2-Maskenpflicht soll nun laut dem FDP-Politiker diskutiert werden, um folgendes Ziel zu erreichen: »Zug um Zug mit dem Öffnen von Handel, dem kulturellen Leben, Kitas, Schulen und am Ende auch der Gastronomie zu beginnen«, sagte Linder am Mittwoch in Berlin. Allerdings fordern Experten einen kostenlosen Zugang zu den Atemschutzmasken, damit sie einerseits nicht zu lange verwendet werden und die Bevölkerung andererseits nicht durch die hohen Kosten zusätzlich belastet wird.

Masken über die Steuer absetzen

Lindner schlägt dafür vor, die Kosten für die Atemschutzmasken steuerlich abzugsfähig zu machen. Auch denkbar sei es die Kosten bei der Bundesagentur für Arbeit über den Regelsatz mitaufzunehmen oder die Erstattung der Bundeszuschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung prüfen. Die jetzige Form, dass die Apotheken für die Maskenverteilung verantwortlich sind und dafür vergütet werden, erwähnte Lindner nicht. Wie er bereits in dem Bild-Interview betonte, würde er die Abgabe per Post bevorzugen.

Auch der Linken-Abgeordnete Andreas Wagner hatte sich erst kürzlich bei der Bundesregierung erkundigt, warum die Maskenverteilung nicht durch den Postversand an Risikogruppen erfolgt sei. Der parlamentarische Staatssekretär Thomas Gebhart (CDU) im Bundesgesundheitsministeriums erklärte daraufhin, dass die Krankenkassen die Verteilung der Masken per Post nicht hätten leisten können. Er verwies damit auf die Einbindung der Apotheker, ohne die, die Abgabe nicht möglich gewesen wäre. Auch unser Nachbarland Österreich zeigte erst vor kurzem, dass ein Maskenversand an Risikopatienten auch per Post möglich ist.

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