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Nahverkehr und Einzelhandel

Neue FFP2-Pflicht in Bayern – Droht ein Ansturm auf Apotheken?

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Die Apotheken stehen derzeit kurz vor dem Start der zweiten Abgabewelle der Gratis-Masken – droht ein erneuter Ansturm auf die Apotheken in Bayern? Andere Bundesländer wollen eine solche Maßnahme nicht einführen.
PZ
dpa
12.01.2021  17:35 Uhr

In diesen Tagen landen die ersten Masken-Bezugsscheine in den Apotheken. Laut Schutzmasken-Verordnung haben rund 27 Millionen Risikopatienten ein Recht auf insgesamt zwölf Gratis-Masken bis zum Frühjahr. Laut Verordnung müssen diese Masken entweder aus Apotheken oder Versandapotheken bezogen werden. Allerdings: Da die meisten Krankenkassen die Bezugsscheine für die Masken noch nicht versendet haben, steht den Apothekern der Großteil der Abgabewelle noch bevor.

Zumindest in Bayern könnte sich die Lage in den Apotheken durch einen Beschluss der Landesregierung weiter verschärfen. Denn in Bayern gilt nun eine erweitere Maskenpflicht – auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel müssen die Menschen in Bayern nun dauerhaft eine FFP2-Schutzmaske tragen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am heutigen Dienstag, die »normalen Community-Masken« seien in der Coronavirus-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

Söder: Verfügbarkeit von FFP2-Masken ausreichend gewährleistet

»Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2«, betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar »deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden«. Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer »verhalten positiven Tendenz«. «Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken.« Insbesondere warnte der CSU-Vorsitzende vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit »einem Wettlauf gegen die Zeit«.

Ein Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) erklärte gegenüber der dpa, dass man nicht »seriös einschätzen« könne, ob es durch diese Maßnahme zu einem zusätzlichen Ansturm auf die Apotheken komme. Er gehe aber davon aus, dass die Apotheken entweder ausreichend Masken vorrätig haben oder sie schnell beschaffen können. Klar ist: Im normalen Einzelhandel sind einige Geschäfte wie Baumärkte, die normalerweise FFP2-Masken führen, geschlossen - allerdings haben auch viele Drogeriemärkte die Masken im Angebot. Auch online werden sie angeboten.

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