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FFP2-Maskenpflicht

Sinnvoll nur bei richtiger Anwendung der Masken

Bayern führt eine Pflicht ein, in bestimmten Situationen eine FFP2-Maske zu tragen. Viele Experten finden das an sich gut – aber nur, wenn die Masken korrekt benutzt werden.
dpa
PZ
13.01.2021  13:00 Uhr

Mehrere deutsche Experten halten die in Bayern beschlossene Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken grundsätzlich für sinnvoll. Ein Fachmann ist allerdings auch skeptisch, ob die neue Regel im Kampf gegen Corona einen Unterschied macht. Betont wird, dass die Verfügbarkeit der Masken und die richtige Handhabe essenziell seien. Die Pharmazeutische Zeitung hatte im Dezember noch einmal zusammengefasst, worauf es ankommt und auch ein Beratungsblatt, das Apotheken an die Bürger abgeben können, dazu verfasst. Zudem haben die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und die Gesellschaft für Virologie Ende Dezember eine Leitlinie zur »Infektionsprävention durch das Tragen von Masken« veröffentlicht.

Das Kabinett in Bayern hatte am Dienstag beschlossen, dass Menschen im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel ab kommenden Montag sogenannte FFP2-Masken tragen müssen. Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat sich für eine verschärfte Maskenpflicht auch im Südwesten ausgesprochen, aber eher in Pflegeheimen,  medizinischen Einrichtungen einschließlich für Besucher und Patienten sowie in Flugzeugen und gegebenenfalls auch im Nahverkehr.

Der bislang gängige Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske oder selbst genäht) kann Experten zufolge andere Menschen schützen, falls der Träger infiziert ist, FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. «Prinzipiell finde ich die Idee gut», sagte etwa der Virologe Professor Dr. Jonas Schmidt-Chanasit der Deutschen Presse-Agentur. Es müssten aber zwingend Angebote damit verbunden sein: zum einen der kostenlose Zugang zu solchen medizinischen Masken, zum anderen Anleitungen zur richtigen Benutzung. «Ohne solche Angebote sehe ich das kritisch.»

Schutz nur bei korrektem Sitz

Auch eine FFP2-Maske schütze nur, wenn sie korrekt angelegt und verwendet werde, betonte Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Sie müsse dicht abschließen, die Außenfläche dürfe auch beim Ablegen nicht berührt werden. Korrekt verwendet biete eine solche Maske anders als die einfachen Einweg- und Baumwollmasken viel Eigenschutz. «Ich kann mich selbst schützen und bin weniger darauf angewiesen, dass die Menschen in meiner Umgebung sich richtig verhalten.»

Kaum beurteilen lasse sich allerdings, wie viel weniger Infektionen es etwa in einem Bus geben würde, trügen die Menschen darin alle korrekt angelegte FFP2-Masken anstelle korrekt angelegter einfacher Einwegmasken, sagte Schmidt-Chanasit. «Das ist spekulativ, dazu gibt es keine Daten.»

Auch der Virologe Professor Dr. Alexander Kekulé hält die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel grundsätzlich für sinnvoll. «Natürlich ist eine FFP2-Maske deutlich sicherer als ein Mund-Nasen-Schutz, der oft auch nur sehr locker getragen wird.»

FFP2-Masken böten einen nachweislich besseren Eigenschutz als die einfache chirurgische Mund-Nasen-Bedeckung, erklärte Professor Dr. Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Zudem scheine die Bandbreite bei der Qualität einfacher Mund-Nasen-Bedeckungen sehr variabel zu sein – und die Art, diese zu tragen, oft nicht adäquat. «Bei FFP2-Masken scheinen diese beiden Schwierigkeiten nicht so ausgeprägt, so dass auch deswegen eine bessere Wirksamkeit zu erwarten ist.»

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