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Eierstöcke
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Neue Funktionen nach der Menopause

Bislang ging man davon aus, dass die Eierstöcke nach der Menopause keine Funktion mehr erfüllen. Eine neue Arbeit deutet darauf hin, dass das wohl ein Irrtum war. Demnach wandeln sich die Eierstöcke nach der reproduktiven Phase einer Frau zum immunologisch aktiven Organ um.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 29.06.2026  16:20 Uhr

Wenn die Eizellreserve einer Frau erschöpft ist und die Zyklen ausbleiben, kommt es in den Ovarien zu einem Umbauprozess. Wo vorher Follikel mit Eizellen waren, findet sich mehr und mehr Bindegewebe und Kollagen; das Gewebe fibrosiert zunehmend. Anders als bislang vermutet ähneln die Ovarien einer postmenopausalen Frau dann jedoch nicht einem funktionslosen Appendix, sondern sind immunologisch aktiv. Das berichtet ein Team um Dr. Aubrey Converse von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago im Fachjournal »Molecular Human Reproduction«.

Die Forschenden machten ihre Beobachtungen an Mäusen. Sie entnahmen die Ovarien von Mäuseweibchen unterschiedlicher Altersgruppen und untersuchten die Organe en détail. Verglichen wurden die Eierstöcke von Jungtieren (zwei Monate alt) mit denen von Mäusen am Ende des fertilen Lebensabschnitts (18 Monate alt) und denen von postreproduktiven Mäusen (24 Monate alt). Analysiert wurden einerseits die Genexpression anhand von RNA-Analysen und andererseits die Histologie des Gewebes.

Anzeichen für eine chronische Entzündung

Erwartungsgemäß sanken mit zunehmendem Alter verschiedene Marker, die mit der Eizellreifung und Steroidproduktion assoziiert sind. Darüber hinaus fanden sich in den Organen der älteren Tiere aber auch vermehrt Immunzellen wie T-Zellen, Makrophagen und mehrkernige Riesenzellen. In älteren Eierstöcken waren zudem Gene, die für verschiedene proinflammatorische Botenstoffe codieren, stärker aktiv als in jüngeren.

»Diese Ergebnisse stellen die Annahme infrage, dass der postreproduktive Eierstock inert sei«, schreibt das Team. Stattdessen deuteten die Befunde darauf hin, dass die Ovarien in dieser Lebensphase eine »Immunidentität« erwerben, die möglicherweise über endokrine und parakrine Mechanismen Alterungsprozesse im gesamten Körper mitbeeinflusst.

Gegenüber dem Fachjournal »Science«, das auf seiner Nachrichtenseite über die Arbeit berichtet, sagte die Seniorautorin und Arbeitsgruppenleiterin Professor Dr. Francesca E. Duncan, die Ergebnisse könnten erklären, warum Frauen mit zunehmendem Alter weniger gesund seien als Männer – obwohl sie länger leben. Dies könne auf einer chronischen Entzündung beruhen, die von den Eierstöcken nach der Menopause ausgeht.

Die Wissenslücke über die Biologie der Eierstöcke nach der Menopause sei »ein bisschen beängstigend«, so Duncan. »Wir sind es der Gesundheit von Frauen wirklich schuldig, diesen Zeitraum zu untersuchen.«

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