Lipoprotein(a) ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der einmal im Leben bestimmt werden sollte. / © Getty Images/Ugreen
Lipoprotein(a) ist der Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den tatsächlich viele nicht kennen. Zwei Experten verraten daher, warum es sinnvoll ist, diesen Wert einmal durch einen Bluttest bestimmen zu lassen, und worauf es ankommt, sollte er zu hoch sein.
Lipoprotein(a) ist ein Bestandteil des Blutes. »Es ist wie das »schlechte« LDL-Cholesterin aufgebaut«, sagt Dr. Anja Vogt, Fachärztin für Innere Medizin und stellvertretende Vorsitzende der DGFL - Lipid-Liga. Der Unterschied: Zusätzlich ist daran noch ein Eiweiß gebunden, das Apolipoprotein(a). Vergleichen lassen sich Lipoproteine der Fachgesellschaft zufolge mit »Lasttaxis«, die Fett und fettähnliche Substanzen im Blut transportieren.
Wie viel Lipoprotein(a) im Blut unterwegs ist, ist genetisch bedingt. Ernährung oder Bewegung können den Wert nicht beeinflussen.
»Wahrscheinlich hatte Lipoprotein(a) einst eine physiologische Rolle, brachte vielleicht sogar einen evolutionären Vorteil, heute allerdings hat es keinen bekannten Nutzen«, sagt Anja Vogt. Im Gegenteil: Ein hoher Lipoprotein(a)-Wert ist keine gute Nachricht, denn der ist ein Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen.
»Zirkuliert zu viel davon im Blut, wird es genauso wie LDL-Cholesterin in die Arterienwände eingelagert. Kommen noch weitere Risikofaktoren dazu, wie beispielsweise Rauchen, verstärkt sich dieser Effekt«, sagt Anja Vogt.
Folge dieser Ablagerungen in den Blutgefäßen ist ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und auch für die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), also für Durchblutungsstörungen in den Beinen. »Letztlich kann jede Arterie davon betroffen sein, zum Beispiel in der Niere, oder auch die Aortenklappe«, so Vogt.
Lipoprotein(a) wirkt zudem entzündungsfördernd. Und: »Bei einem höheren Wert bilden sich schneller Gerinnsel und lösen sich langsamer auf«, sagt Dr. Norbert Smetak, erster Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI).
Die Krankheitsverläufe sind allerdings sehr unterschiedlich, wie es von der Deutschen Herzstiftung heißt. Manche Menschen mit erhöhten Lipoprotein(a)-Werten erleiden schon in vergleichsweise jungen Jahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Andere bleiben lange ohne Beschwerden.