Erst einmal muss man wissen, dass es zwei verschiedene Arten der Messung gibt, die nicht direkt vergleichbar oder umrechenbar sind. Norbert Smetak gibt einen Überblick:
Der sogenannte Normalwert liegt bei 30 mg pro Deziliter (mg/dl) oder 75 Nanomol pro Liter (nmol/l).
Bei 30-50 mg/dl oder 75-105 nmol/l ist das Risiko moderat, darüber gehört man bereits zur Risikogruppe.
Von einem sehr hohen Risiko sprechen Mediziner wie Smetak ab 180 mg/dl oder ab 430 nmol/l. Der Internist fasst zusammen: »Je höher der Wert, desto höher das Risiko«.
Dabei kommen erhöhte Lipoprotein(a)-Werte häufiger vor, als man denkt. Smetak: »Rund 20 bis 30 Prozent aller Menschen haben zu hohe Lipoprotein(a)-Werte - dieses Problem ist also keineswegs selten und betrifft viele Menschen.«
Allerdings spielen auch andere Blutwerte und der Gesundheitszustand an sich eine Rolle. »Vor allem in Kombination mit einem hohen LDL-Cholesterinwert oder Bluthochdruck erhöht sich die Chance auf beispielsweise einen Herzinfarkt«, sagt Smetak. Für eine gute Risikoeinschätzung braucht es also den Blick aufs große Ganze - nicht nur auf das Lipoprotein(a).
Das hängt vom Einzelfall und dem medizinischen Hintergrund ab. Oft aber übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten - zum Beispiel dann, wenn es in der Familie bereits Herzinfarkte, Schlaganfälle und Co. gegeben hat.
In anderen Fällen muss der Test selbst bezahlt werden. Die Kosten liegen, je nach Labor, meist unter 25 Euro. Am besten bespricht man die Kostenfrage vorab mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Es reicht aber in aller Regel, den Wert einmalig zu bestimmen. »Da die Größe des Lipoproteinpartikels zu großen Teilen genetisch bedingt ist, muss man ihn in der Regel nur einmal im Leben bestimmen lassen. So empfehlen es auch die Leitlinien«, sagt Vogt, Leiterin der Lipidambulanz am LMU-Klinikum in München.
Mit einem Schulterzucken zurücklehnen? In Fatalismus verfallen? Keine hilfreichen Strategien in so einer Situation. Denn sicher ist: Gerade bei einem hohen Lipoprotein(a)-Wert lohnt es sich, die Lebensführung anzupassen.
Oder konkreter gesagt: »Gesunde Ernährung, Verzicht auf Tabak und Alkohol, viel Bewegung und Muskeltraining sowie ein gesundes Körpergewicht verringern die Relevanz des Wertes enorm«, erklärt Vogt.