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Inhalativa
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Kleine Fehler, große Folgen

Bis zu 90 Prozent der Patienten mit Asthma oder COPD wenden ihren Inhalator fehlerhaft an – mit messbaren Folgen für Lungenfunktion, Lebensqualität und Hospitalisierungsrate. Worauf kommt es bei den einzelnen Inhalatoren an und welchen Beitrag können strukturierte Schulungen im Apothekenalltag zum Therapieerfolg leisten?
AutorKontaktIna Richling
Datum 03.05.2026  08:00 Uhr

Klimabewusstsein und Entsorgung

Dosieraerosole sind klimarelevant, da die enthaltenen Treibgase im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid deutlich stärker zur Erderwärmung beitragen. Das Treibmittel Norfluran (HFA 134a) belastet das Klima etwa 1530 mal stärker als CO₂, Apafluran (HFA 227ea) sogar 3600 mal stärker.

Dies macht Dosieraerosole bei immer noch hohen Verordnungszahlen zu einem nicht vernachlässigbaren Faktor für den CO₂-Fußabdruck. Die EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase (14) verschärft die Anforderungen, was langfristig zu Veränderungen hin zu neuen, treibmittelärmeren oder -freien DA im Inhalatormarkt führen wird.

Die S2k-Leitlinie »Klimabewusste Verordnung von Inhalativa« (AWMF-Registernummer: 053-059) empfiehlt, Pulverinhalatoren bevorzugt zu verordnen, wenn der Patient sie korrekt anwenden kann. Sie stellt aber ausdrücklich klar: Versorgungssicherheit und Patienteneignung haben absoluten Vorrang. Ein klimafreundlicherer Inhalator nützt nichts, wenn er fehlerhaft angewendet wird.

In der Beratung kann das Klimaargument dennoch eine sinnvolle Rolle spielen, wenn ein Devicewechsel ohnehin indiziert ist oder mehrere Inhalatoren infrage kommen.

Dosieraerosole enthalten auch nach Ablauf der deklarierten Sprühstöße noch Treibmittelreste und gelten daher formal als gefährlicher Abfall. Sie können über Schadstoffmobile oder kommunale Sammelstellen entsorgt werden (15).

Digitale Helfer und Neues

Elektronische Monitoring Systeme (»Smart Inhalers«) können die Adhärenz bei der Inhalationstherapie verbessern. In einem systematischen Review war ihr Einsatz mit einer um 23 Prozent höheren Adhärenz assoziiert, mobile Anwendungen mit zusätzlichen Textnachrichten mit einer Verbesserung um 12 Prozent.

Der klinische Nutzen fiel dabei jedoch insgesamt eher gering aus, und auch die Kosten-Nutzen-Relation bleibt bislang unklar. Ein aktuelle, strukturierte Übersichtsarbeit (Scoping Review) bei COPD weist zugleich darauf hin, dass elektronische Devices die Anwendung und Therapietreue objektiv erfassen können und mit einer verbesserten Adhärenz sowie günstigeren klinischen Ergebnissen verbunden sein können (16, 17).

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) zur Tabakentwöhnung können die Abstinenzrate bei rauchenden Patienten verdoppeln (18). Für COPD-Patienten stellt die Unterstützung beim Rauchstopp eine der wirksamsten nicht medikamentösen Maßnahmen dar.

Um symptomauslösende Umweltfaktoren zu vermeiden, können Patienten außerdem die App »Luftqualität« des Umweltbundesamtes nutzen, um an Tagen mit hoher Ozonbelastung körperliche Aktivitäten nach drinnen zu verlegen.

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