Eine aktuelle Metaanalyse zeigt, dass Schulungen die Inhalationstechnik bei Asthma- und COPD-Patienten deutlich verbessern können. Sowohl bei Pulverinhalatoren als auch bei Dosieraerosolen nahm die Zahl kritischer und sonstiger Anwendungsfehler nach einer Schulung signifikant ab. Für Dosieraerosole zeigte sich zudem, dass der Schulungserfolg von der Art der Instruktion abhängt: Besonders wirksam waren wiederholte Demonstrationen mit anschließender Übung bis zur fehlerfreien Anwendung (9).
Wie viel sich durch wiederholte gezielte Schulung erreichen lässt, zeigt eindrücklich eine weitere aktuelle Studie an 96 hospitalisierten Patienten, die aufgrund einer akuten Exazerbation stationär aufgenommen wurden. Insgesamt wurden 160 Inhalatoren bewertet. Nahezu sieben von zehn Inhalatoren (69,4 Prozent) wurden fehlerhaft angewendet. Der mit Abstand häufigste Grund waren kritische Anwendungsfehler, die bei 65,6 Prozent der Geräte nachgewiesen wurden. Ein unzureichender inspiratorischer Spitzenfluss lag bei 13,8 Prozent der Inhalatoren vor und betraf damit jeden siebten Inhalator (7). Mithilfe des Teach-to-Goal-Prinzips (Kasten) sank die Rate nach einer einzigen gezielten Schulung auf 20,6 Prozent, nach einer zweiten auf 9,4 Prozent und nach einer dritten auf 5,6 Prozent (7).
Bei jeder Erstverordnung eines Inhalators und jedem Gerätewechsel sollte eine Schulung erfolgen, ebenso nach Exazerbationen. / © Getty Images/Tom Werner
Besonders wichtige Schulungszeitpunkte sind die Erstverordnung eines Inhalators, jeder Devicewechsel sowie nach Exazerbationen. Auch bei langjähriger Anwendung sind regelmäßige Auffrischungen sinnvoll. Ältere Patienten bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, denn das Alter ist ein unabhängiger Risikofaktor für Anwendungsfehler: Mit zunehmendem Alter steigt die Fehlerrate kontinuierlich an (10). Kognitive Einschränkungen, Tremor und nachlassende Handkraft machen eine regelmäßige Überprüfung der Inhalationstechnik notwendig. Faktoren, die eine korrekte Inhalationstechnik trotz mehrfacher Schulung unmöglich machten, waren Störungen der Kognition oder Feinmotorik, eine mangelnde Koordination zwischen Auslösen und Einatmung beim Dosieraerosol sowie die Unfähigkeit, den Atem ausreichend anzuhalten (7).
Das Teach-to-Goal-Prinzip umfasst eine wiederholte, zielgerichtete Schulung der Inhalationstechnik. Zu Beginn wird die korrekte Anwendung entweder an einem Dummy demonstriert oder anhand des Inhalators des Patienten erläutert. Ergänzend kann gemeinsam ein Demonstrationsvideo der Deutschen Atemwegsliga angesehen werden. Anschließend inhaliert der Patient mit seinem Gerät. Dabei werden Anwendungsfehler mithilfe einer Checkliste erfasst, gezielt korrigiert und der Ablauf so oft wiederholt, bis die Inhalation ohne kritische Fehler gelingt. Erst dann gilt die Schulung als abgeschlossen. Treten auch nach drei Durchgängen weiterhin kritische Fehler auf, sollte ein Wechsel des Inhalationsgeräts in Betracht gezogen werden.
Ergänzend zum Teach-to-Goal-Ansatz hat sich die Teach-Back-Methode bewährt: Der Patient gibt die wesentlichen Inhalte der Schulung in eigenen Worten wieder. So lässt sich erkennen, ob wichtige Punkte richtig angekommen sind oder ob es Missverständnisse gibt, die dann unmittelbar geklärt werden können.