Klassische topische Darreichungsformen sind unverzichtbar, werden aber den heutigen Ansprüchen an therapeutische Effizienz nicht immer gerecht. Innovative Trägersysteme wie filmbildende Formulierungen, nano- und mikropartikuläre Systeme sowie Mikronadel-Arrays haben ein erhebliches Potenzial, die Hautbarriere kontrolliert zu überwinden sowie Wirkstoffverfügbarkeit und Adhärenz nachhaltig zu verbessern.
Besonders vielversprechend sind kombinierte und hybride Ansätze, die galenische und physikalische Strategien vereinen. Entscheidend ist es, die Überführung präklinischer Konzepte in zugelassene Arzneimittel voranzutreiben und die topische Therapie mit modernen Drug-Delivery-Systemen grundlegend weiterzuentwickeln. Dazu müssen regulatorische Hürden überwunden und die Kosteneffizienz belegt werden – keine leichte Aufgabe für die forschenden Technologen.
Rolf Daniels studierte Pharmazie in Regensburg und wurde 1985 im Fach Pharmazeutische Technologie promoviert. Nach einer Tätigkeit in der pharmazeutischen Industrie wurde er Akademischer Rat am Institut für Pharmazie der Universität Regensburg. 1994 folgte die Habilitation für das Fach Pharmazeutische Technologie. Nach zehnjähriger Professur an der TU Braunschweig wurde Professor Daniels 2005 Leiter des Lehrstuhls für Pharmazeutische Technologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Seit Oktober 2022 ist er Professor im Ruhestand.