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Perimenopause
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Geist und Seele können leiden

Nebel im Kopf, Stimmungsschwankungen, schlechter Schlaf: In der Perimenopause, den Jahren vor der letzten Monatsblutung, leiden viele Frauen an psychischen und kognitiven Beschwerden. Wie hormonelle Veränderungen das Nervensystem beeinflussen, rückt zunehmend ins Zentrum der Forschung.
AutorKontaktClara Wildenrath
Datum 05.03.2026  07:00 Uhr

Die Rolle von Progesteron

Auch Rezeptoren für Progesteron finden sich in vielen Bereichen des Gehirns und Nervensystems. Die beruhigende Wirkung, die dem Gelbkörperhormon zugeschrieben wird, beruht in erster Linie auf einem Metaboliten: dem Allopregnanolon. Dieser verstärkt den hemmenden Einfluss von γ-Aminobuttersäure (GABA), dem Gegenspieler von Glutamat, auf das Nervensystem. Dadurch wirkt Allopregnanolon angstlösend, dämpfend und schlaffördernd – »das Beruhigungsmittel von Mutter Natur«, nennt es Schwenkhagen.

Neben den direkten Effekten auf das zentrale Nervensystem können die Sexualhormone die Psyche auch indirekt beeinflussen: durch körperliche Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und den damit verbundenen Schlafmangel.

Hinzu kommen in der Lebensmitte oft belastende psychosoziale Veränderungen. Die Kinder werden erwachsen und verlassen das Haus (Empty-Nest-Syndrom), ältere Angehörige benötigen Pflege, das eigene Älterwerden rückt zunehmend ins Bewusstsein. Das Selbstbild und die Vorstellungen von einem geglückten Leben wandeln sich. All das kann ebenfalls trübe Stimmung und Angstgefühle verstärken, die Stressbelastbarkeit verringern und Schlafprobleme fördern.

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