| Daniela Hüttemann |
| 28.04.2026 09:00 Uhr |
Bei einem Bandscheibenvorfall tritt die gallertartige Substanz aus dem Inneren der Bandscheibe aus und kann auf die Nervenwurzeln drücken, was Symptome wie Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen kann. / © Getty Images/Pasieka/SPL
»Fast jeder von uns wird einen Bandscheibenvorfall haben – die Frage ist nur: macht er auch Probleme?« Mit dieser Einführung hatte Dr. Martha Kleina, Fachärztin für Neurochirurgie am Uniklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck, sofort die Aufmerksamkeit von 150 sitzenden Apothekerinnen und Apothekern vergangenes Wochenende beim Fortbildungskongress der Apothekerkammer Schleswig-Holstein in Neumünster zum Thema Knochen und Gelenke.
Bandscheiben sind die elastischen, knorpeligen Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule, die wie ein Stoßdämpfer funktionieren. Sie bestehen aus einem äußeren, festen Faserring (Anulus fibrosus) und einem inneren, weichen Gallertkern (Nucleus pulposus). Wird der Faserring rissig, ob durch Verschleiß oder ein Trauma, kann die gallertartige Masse austreten.
»Ein Bandscheibenvorfall an sich ist keine Krankheit – erst, wenn er Symptome verursacht«, so die Expertin für Wirbelsäulenchirurgie. Je nach Lokalisation und Ausmaß kann der Erguss auf die Nerven drücken – das verursacht Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Hitze- oder Kältegefühl oder gar Lähmungen.
Wichtig ist der Neurochirurgin, dass die Betroffenen und auch Apotheken, bei der sich Patienten mit Rückenschmerzen vorstellen, auf diese Red Flags achten:
»Dann sollte man sofort in die Notaufnahme, denn nur bei rascher Entlastung der betroffenen Nerven hat man gute Aussichten, dass die Lähmungen wieder verschwinden«, machte Kleina deutlich. In der Diagnostik sei hier ein MRT Goldstandard, da sich im Gegensatz zum Röntgenbild damit die Nerven- und Bänderstruktur mitbeurteilen lasse.