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Ernährung
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Probiotika reduzieren Sterblichkeit

Menschen, die regelmäßig Prä-, Pro- oder Synbiotika aufnehmen, reduzieren ihr Sterberisiko deutlich. Dies zeigten große Studien im letzten Jahr. Auch die Krebssterblichkeit sinkt.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 24.04.2026  09:00 Uhr

»Gesundheit beginnt im Darm«, leitete Professor Anita Frauwallner die Pressekonferenz zum 30-jährigen Bestehen der Firma Allergosan, Graz, kürzlich in München ein. Dass Prä-, Pro- oder Synbiotika die Sterblichkeit beeinflussen, habe unter anderem eine 2025 publizierte Studie von der Zhejiang University, China, gezeigt. Wissenschaftler um Luyan Zheng werteten Daten von rund 53.300 Erwachsenen aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES, 1999 bis 2018) aus, um den Nutzen von Prä-, Pro- oder Synbiotika zu zeigen (DOI: 10.1186/s12937-025-01104-w).

Bei Personen, die Supplemente eingenommen hatten, war das Sterberisiko signifikant reduziert im Vergleich zu Nichtnutzern. Die Gesamtmortalität war um 59 Prozent reduziert, die kardiovaskuläre Mortalität um 56 Prozent und die Krebssterblichkeit um 51 Prozent. Das Risiko für Tod aus anderen Gründen war um 64 Prozent gesunken. Der inverse Zusammenhang zwischen Supplementation und Sterblichkeit war deutlicher bei Frauen und bei Teilnehmenden ohne Hypertonie, schreiben die Autoren.

Den Einfluss von Probiotika auf die krebsbedingte Sterblichkeit untersuchte eine andere Studie genauer. Forscher um Jiqing Hao von der Anhui Medizinischen Universität, Hefei, China, betrachteten den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Probiotika über die Nahrung und krebsbedingten Todesfällen (DOI: 10.1038/s41598-024-83722-8). Anhand von Daten aus der USDA Food Survey Nutrient Database stuften sie die Lebensmittel anhand ihres Keimgehalts in die Kategorien »niedrig« (10⁴ KBE/g), »mittel« (10⁴–10⁷ KBE/g) oder »hoch« (> 10⁷ KBE/g) ein. Die Studie umfasste knapp 36.900 Teilnehmer ab 20 Jahren, die 148.639.331 US-Bürger repräsentierten.

Nach dieser Auswertung senkte eine geringe und moderate Zufuhr von Probiotika das Risiko für krebsbedingte Mortalität signifikant, während bei einer hohen Zufuhr kein signifikanter Zusammenhang festgestellt wurde. Die Ergebnisse unterstreichen den möglichen Einfluss der Ernährungsgewohnheiten auf das Überleben bei Krebs, resümieren die Autoren.

Viel geforscht wird an der Rolle von Mikroben bei der Entstehung von Krebs. Nach heutiger Kenntnis trägt das Darmmikrobiom nicht nur zur Entstehung von Kolorektalkarzinomen bei, sondern beeinflusst auch den Therapieerfolg bei Tumorerkrankungen. Forschergruppen arbeiten an probiotischen Therapien gegen Krebs.

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