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Magen-Darm-Operationen

Folgen für die Wirkstoffresorption

Die Resorption von Nahrungsbestandteilen, aber auch von Arzneistoffen wird negativ beeinflusst, wenn die gastrointestinale Transitzeit sinkt. Durch gesteigerte Motilität des Magen-Darm-Trakts und vermehrte Bildung von Abbauprodukten aktivierter Laktobazillen kommt es nach gastrointestinalen Resektionen häufig zu Durchfällen. Dagegen können Loperamid und Opiumtinktur therapeutisch eingesetzt werden.

Bei mangelnder Resorption der Gallensäuren lässt sich Colestyramin addieren. Ferner können auch Säure reduzierende Wirkstoffe wie H2-Blocker oder Protonenpumpeninhibitoren günstig auf die erhöhte Stuhlfrequenz wirken. Octreotid, das mit dem körpereigenen Somatostatin verwandt ist, vermindert ebenfalls die Sekretion von Magen- und Dünndarmsäften und erhöht die Absorption von Wasser und Salzen.

Mit diesen pharmakologischen Maßnahmen kann die Verweildauer im Gastrointestinaltrakt so weit erhöht werden, dass auch die Resorption von Arzneistoffen positiv beeinflusst wird. Für Loperamid ist eine adäquate klinische Wirksamkeit trotz anatomischer Veränderungen des Magen-Darm-Trakts nachgewiesen.

Zusätzlich ist seit 2014 der Arzneistoff Teduglutid zur Behandlung des Kurzdarmsyndroms bei Erwachsenen zugelassen. Teduglutid ist ein GLP-2-Analogon und wirkt genauso wie das natürliche Hormon, nur mit längerer Halbwertszeit. Das natürliche Glucagon-like Peptid 2 (GLP-2) erhöht den intestinalen und portalen Blutfluss, hemmt die Magensäuresekretion und dämpft die Darmaktivität. Teduglutid fördert die Wiederherstellung der Darmschleimhaut, steigert die Kryptentiefe der Darmmukosa und verbessert damit die Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeiten aus dem Darm.

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