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Auffrischimpfung

FDA moniert Unterlagen zum Janssen-Impfstoff

Mögliche Konsequenzen der Behörden

Diese Unterschiede erscheinen so signifikant, dass ein homologes Booster-Regime mit dem Janssen-Impfstoff infrage gestellt werden kann. Zwar war die Studie nicht groß genug, um mit Sicherheit sagen zu können, dass dieses Regime so unzureichend wirksam ist, dass man von einer Empfehlung tatsächlich abraten sollte. Allerdings kann erwartet werden, dass diese Frage in den Beratergremien der FDA heftig debattiert werden wird. Dies umso mehr, als der Nachweis der Titer an neutralisierenden Antikörpern in mindestens einer der von Janssen durchgeführten Studien auf Daten aus Surrogat-Assays beruht.

Andererseits kommen die Ergebnisse auch nicht völlig überraschend. Denn in Großbritannien wurden ähnliche Effekte beobachtet, wenn Personen, die zur Grundimmunisierung den Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca erhalten hatten, eine Auffrischungsimpfung ebenfalls mit Vaxzevria® erhielten.

Die STIKO hat sich bereits positioniert

In Europa haben bislang weder Janssen noch Astra-Zeneca für ihre Impfstoffe eine Zulassung als Auffrischungsimpfung beantragt. Unabhängig davon hat sich in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits vergangene Woche eine Meinung gebildet. Sie empfiehlt Personen, die mit dem Janssen-Impfstoff grundimmunisiert wurden, frühestens vier Wochen danach eine Auffrischung mit einer zusätzlichen Dosis eines mRNA-Impfstoffs.

Die Empfehlung der STIKO beruht darauf, dass »im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen in Deutschland die meisten Covid-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet wurden, die mit der Covid-19 Vaccine Janssen geimpft wurden«. Zudem sei die Wirksamkeit gegen die Delta-Variante bei diesem Impfstoff geringer als bei den anderen Vakzinen.

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