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Apotheke als Gesundheitszentrum
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Die neue Rolle im Alltag umsetzen

Mit der Apothekenreform wandelt sich die Apotheke zunehmend zu einem Gesundheitszentrum. Das »Mehr« an Kompetenzen bringt mehr Chancen, aber auch mehr Verantwortung. Wie die neue Rolle auch im Apothekenalltag in Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie gut umgesetzt werden kann, war Thema eines Panels auf der Expopharm.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 18.09.2026  16:20 Uhr

Apotheken dürfen künftig viel mehr Services anbieten: Impfung aller Totimpfstoffe, venöse Blutentnahmen, neue pharmazeutische Dienstleistungen zur Prävention. Sie haben mehr Freiheit beim Präparatetausch und bei der Rx-Abgabe ohne Rezept bei Dauermedikation. Mit dem Apothekenversorgungsweiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wandelt sich die Apotheke zum Gesundheitszentrum. Für Apothekenteams bedeutet dieses Mehr an Handlungsspielraum auch einen großen Zuwachs an Verantwortung. Aus Sicht von Experten der auf Gesundheitsthemen spezialisierten Kommunikationsagentur Komm.Passion können Apotheken und Pharmahersteller in vielen Punkten ihre Partnerschaften nutzen, um die neuen Aufgaben gut umzusetzen.

Grundsätzlich bieten die neuen Leistungsmöglichkeiten einen großen Zuwachs an Patientenkontakten. Diese werden mehr, häufiger und intensiver. Wichtig dabei sei, dass die neue Rolle auch im Team umgesetzt wird und bei den Patienten bekannt wird. »Apotheke als Wirksamkeitspunkt: erlebbar, leistbar, unterstützbar. Wenn diese drei Punkte nicht gegeben sind, kann die neue Rolle nicht wahrgenommen werden«, sagt Carolin Lembeck, Pharmaexpertin bei Komm.Passion. Apotheken könnten hier vonseiten der Hersteller bereits auf Unterstützung bauen. Sie nannte als Beispiel eine Kampagne von Pfizer zum Thema Impfen. Darin wird der volkswirtschaftliche Nutzen von Impfungen dargelegt. Jeder in Prävention investierte Euro bringt demnach 19 Euro gesellschaftlichen Nutzen. Für eine solche »Vorteilsargumentation« sei die Apotheke der Träger mit ihrem täglichen Tun vor Ort.

Einzelinitiativen zum Kooperationsmodell bündeln

Als ein weiteres Beispiel nannte sie den Hersteller GSK. Das Unternehmen biete sehr viele Schulungen, Materialien und Tools für Apotheken an. Wer so viel leiste, brauche die Apotheken, damit es umgesetzt wird, so Lembeck. Aus vielen Einzelinitiativen könne ein Kooperationsmodell entstehen, bei dem beide Seiten profitieren.

Die Frage sei: Gestalten die Apotheken das mit? Teram K. Fritzenschaft von Komm.Passion, seit knapp zwei Jahren selbst Apotheker, gibt zu bedenken, er sei nicht sicher, ob er dafür bereit ist, etwa Rx-Arzneien ohne Rezept auch in komplexeren Fällen an Patienten abzugeben, ohne richtig darauf vorbereitet worden zu sein.

Eine Umfrage unter Apothekern, PTA und PKA vom Juli 2026 habe ergeben, dass 51 Prozent der Befragten sich im OTC-Bereich von den Herstellern gut informiert fühlten, im Rx-Bereich aber weniger. Dies sei auch kein Wunder, da der Pharma-Außendienst zu Rx eher in Arztpraxen informiert, nicht in Apotheken. Rund ein Viertel der Apothekerinnen und Apotheker wünschte sich demnach eine bessere Kommunikation von Herstellern.

Zusammenarbeit »auf Augenhöhe«

Die allerwenigsten Pharmahersteller haben einen dezidierten Außendienst für Apotheken. Hier gelte es daher, als Apotheke selbstbewusst an die Pharmaunternehmen heranzutreten und nach Schulungen zu fragen sowie zu vermitteln, dass die Hersteller die Apotheken damit unterstützen, diesen neuen Aufgaben auch verantwortungsvoll und gut informiert nachkommen zu können. »Es geht um Zusammenarbeit auf Augenhöhe«, so Fritzenschaft. Durch die zusätzlichen Kompetenzen gewännen die Apotheken auch mehr Einflusspotenzial auf die Industrie.

Abschließend gab es noch eine Checkliste mit fünf Fragen auf den Weg, die der Apotheke helfen soll, ihre neue Rolle zu definieren. Dies gebe den Rahmen vor für die möglichen Kooperationsmodelle.

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