Nach dem Einsprühen in einen Spacer rät der Apotheker, umgehend zu inhalieren und nicht nach dem Sprühen eine Pause zu machen, wie es zuweilen vor allem für Kinder in der Packungsbeilage steht. Der Grund für diesen Anwendungstipp: Kleine Partikel sedimentieren im Spacer und eine zeitliche Verzögerung von nur zehn Sekunden verringert die aufgenommene Dosis um bis zu 50 Prozent.
Sind mehrere Hübe pro Anwendung nötig, sind sie getrennt zu inhalieren. Es ist also ratsam, einen Hub einzusprühen und ihn gleich zu inhalieren. Dann erst wird die zweite Dosis eingesprüht und weggeatmet. Das ist nötig, weil der zweite Sprühstoß im Spacer bereits vorhandene lungengängige Partikel laut Kircher in Turbulenzen versetzt und sie an die Kammerwand deponiert. Dadurch inhaliert der Patienten in der Folge zu wenig Wirkstoff. »Weil die korrekte Reihenfolge umständlicher ist, machen es die Patienten nicht gern. Sie sollten deshalb darauf hingewiesen werden, dass es sonst zu einer massiven Dosisreduktion kommt.«
Thema Mundsoor nach der Glucocorticoid-Inhalation: Jede Gebrauchsinformation empfiehlt, den Mund nach den täglichen Inhalationen auszuspülen beziehungsweise die Zähne zu putzen. Von den marktgängigen OTC-Gurgel- beziehungsweise Spüllösungen hält Kircher wenig. »Ohne Frage sind sie bei Zahnfleischbeschwerden hilfreich, aber weit hinten in den Rachenbereich kommen sie nicht, um Wirkstoff wegzuspülen.« Viel effektiver sei es, einen Löffel Joghurt oder einen Bissen Butterbrot zu essen, um den lipophilen Arzneistoff von der Schleimhaut zu waschen.
Und noch einen guten Ratschlag hatte Kircher parat: Alvesco® macht keinen Mundsoor. Grund: Das darin enthaltene Ciclesonid ist ein Prodrug, das erst in den Alveolen in die eigentliche Glucocorticoid-Wirkform verstoffwechselt wird. »Für alle Mundsoor-Geplagten ist das eine gute Alternative. Meine Erfahrung zeigt, dass Ärzte dankbar für einen solchen proaktiven Vorschlag sind.«
Glucocorticoide sollen am besten am Nachmittag inhaliert werden. Kircher erklärte den Hintergrund: Hier habe ein Umdenken eingesetzt, nachdem eine hochrangige Studie aus dem vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt habe, dass die nachmittägliche Anwendung zu signifikant niedrigeren nächtlichen Entzündungswerten führt im Vergleich zur zweimal täglichen niedrig dosierten Inhalation. »Die Studie zeigte, dass 80 Prozent der fatalen Asthmaattacken nachts stattfinden und Immunzellen nachmittags am besten auf Corticosteroide ansprechen.«