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Hypertonie
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Der Druck muss runter

Bluthochdruck ist noch immer die Volkskrankheit Nummer 1. Trotz antihypertensiver Medikamente gelingt es vielfach nicht, die Werte adäquat einzustellen. Wer wird mit welchen Antihypertensiva und welchen weiteren Maßnahmen sein Blutdruckziel erreichen?
AutorKontaktIsabel Waltering
Datum 04.08.2024  08:00 Uhr

Absetzen von Blutdrucksenkern

Eine antihypertensive Therapie ist zumeist lebenslang nötig. Patienten verändern sich jedoch auch. Das Gewicht nimmt oft ab und die Gebrechlichkeit zu; die Medikation wirkt stärker, eventuell auch durch verminderte Ausscheidung. Daher ist es sinnvoll, die Notwendigkeit und Intensität der Blutdruckmedikation zu evaluieren.

Hierzu eignet sich hervorragend die pharmazeutische Dienstleistung »Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck«. Hier werden nicht nur zu hohe, sondern eventuell auch zu niedrige Werte erfasst, für die kein Nutzen belegt ist. Auch Subgruppen mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko (Diabetes, chronische Niereninsuffizienz) profitieren nicht von sehr niedrigen Werten. Bei geriatrischen Patienten stieg in einer Untersuchung bei einem systolischen Blutdruck unter 110 mmHg beziehungsweise bei einem diastolischen Blutdruck unter 65 mmHg die Mortalität kurzfristig um 300 Prozent und langfristig um 280 Prozent an (27, 28). Absetzstrategien und das Vorgehen beim Deprescribing von Antihypertensiva findet man zum Beispiel beim Versorgungsforschungsprojekt COFRAIL (www.cofrail.com).

Apothekerinnen und Apotheker haben eine wichtige Funktion bei der Betreuung von Patienten mit Hypertonie. Ganz an der Spitze stehen die Aufklärung über die Erkrankung und ihre Folgen, über den Nutzen der einzelnen Antihypertensiva sowie fortlaufende Adhärenzschulungen. Informationen zur korrekten Einnahme, zu Therapiekontrolle, Aufbewahrung und Nebenwirkungen ergänzen das Beratungsgespräch. Mit der »Erweiterten Medikationsberatung Polymedikation« und der »Standardisierten Risikoerfassung hoher Blutdruck« stehen bezahlte und sinnvolle pharmazeutische Dienstleistungen zur Verfügung, um dem »silent killer« Hypertonie effektiv zu begegnen.

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