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Grippeschutz in Apotheken

Ausreichend Impfdosen vorhanden

Nachdem zunächst vielerorts Grippeimpfstoffe fehlten, sind nun ausreichend Einzeldosen vorhanden. Das meldet zumindest der Apothekerverband Niedersachsen. Und appelliert an die Bürger, sich gegen die Grippe zu schützen.
Ev Tebroke
18.12.2020  16:22 Uhr

Schon seit 1. November 2020 war in Niedersachsen im Rahmen eines Modellprojekts für AOK-Versicherte der Weg frei, sich in ausgewählten Apotheken gegen Grippe impfen zu lassen. Zumindest theoretisch. Praktisch waren aber, wie in vielen anderen Regionen Deutschlands auch, nicht ausreichend Grippeschutz-Vakzine verfügbar. Zwar sind in diesem Jahr insgesamt 26 Millionen Impfdosen am Markt und damit rund 5 Millionen mehr als in der Grippe-Saison 2019/2020. Aber die Chargen kamen nur schubweise in den Apotheken an und gleichzeitig war die Nachfrage nach den Schutzimpfungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie extrem hoch. Ende November kamen mit der Nationalen Reserve die restlichen 6 Millionen Impfdosen in den Markt. Und nun scheint sich die Lage zu entspannen.

Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) unterstrich heute, dass Grippeimpfungen jetzt auch in den Apotheken möglich sind. LAV-Chef Berend Groeneveld hofft demnach, dass viele Risikopatienten sich für diese Grippesaison noch gegen Grippe impfen lassen werden – ob nun beim Arzt oder im Rahmen des Modellprojekts. »Nachdem im Frühherbst die Nachfrage an Grippeschutzimpfungen hoch war und auf dem Markt keine Impfstoffdosen verfügbar waren, erleben wir derzeitig wieder ein sinkendes Interesse.« Durch die Nationalreserve der Bundesregierung seien wieder genug Einzel-Grippeimpfstoffdosen für die Apotheke vorrätig, so dass die Belieferung der Arztpraxen mit Großpackungen gewährleistet ist und es zu keiner Konkurrenz mit den Arztpraxen kommen könne, betonte er.

Grippeschutz beeinflusst Covid-19-Verlauf

In dieser Grippesaison ist es den Apotheken bundesweit im Rahmen von Modellprojekten erstmals möglich, Grippeimpfungen anzubieten. Ziel ist es dabei, durch einen niedrigschwelligen Zugang, insbesondere Risikopatienten ab 65 Jahre zu erreichen, die bislang den Weg in die Praxis gescheut haben oder Personen, die es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft haben. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie ist der Grippeschutz umso wichtiger, weil es wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge den Krankheitsverlauf bei einer möglichen Corona-Infektion abmildert.

Um Impfungen anbieten zu können, mussten die Apotheken zunächst Schulungen der Apothekerkammer  absolvieren, eine Kombination aus Theorie- und Praxisunterricht in enger Zusammenarbeit mit Ärzten. Apotheken, die an dem Modellprojekt teilnehmen wollen, müssen außerdem einer Vereinbarung beitreten, die der betreffende Landesapothekerverband mit dem jeweiligen Vertragspartner – in Niedersachsen etwa die regionale AOK – getroffen hat. Geimpft werden können nur volljährige Versicherte der jeweiligen Vertragskasse. In Niedersachsen sind die teilnehmenden Apotheken laut LAV durch ein Plakat am Schaufenster erkennbar oder können bei der AOK Niedersachsen erfragt werden.

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