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Apothekerhaus

Ergebnisse der Prüfaufträge abwarten

14.12.2010  17:23 Uhr

PZ / Die ABDA diskutiert eine mögliche Erweiterung des Deutschen Apothekerhauses in Berlin. Die ABDA-Mitgliederversammlung hat in der vergangenen Woche einen entsprechenden Prüfauftrag erteilt. ABDA-Sprecher Thomas Bellartz erläutert die Hintergründe.

PZ: Die ABDA überlegt, das dem Deutschen Apothekerhaus benachbarte Grundstück in der Jägerstraße zu kaufen. Wie ist der aktuelle Stand?

 

Bellartz: Die Mitgliederversammlung als Organ aller Kammern und Verbände hat in einem grundsätzlichen Votum einen möglichen Kauf und eine Bebauung des Nachbargrundstücks in der Jägerstraße begrüßt. Vor der endgültigen Entscheidung müssen allerdings noch einige Prüfaufträge abgearbeitet werden. Liegen deren Ergebnisse im neuen Jahr vor, wird die Mitgliederversammlung eine Entscheidung treffen.

PZ: Wieso steigt der Platzbedarf?

 

Bellartz: Der Kauf des Apothekerhauses liegt etwa zehn Jahre zurück. Seitdem haben sich die Herausforderungen für die berufsständische Vertretung in Berlin und bei Kammern und Verbänden erheblich verändert. Die gesetzgeberischen Maßnahmen, ob GMG, GKV-WSG, AVWG oder AMNOG, und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen, von der Umstellung der Honorierung der Apotheken, über Filialisierung, Einführung des Versandhandels, OTC-Preisfreigabe bis hin zur Einführung der Rabattverträge zeugen davon. In der Konsequenz steigt der Aufwand.

 

PZ: Wie sollen die neuen Flächen genutzt werden?

 

Bellartz: Genau dies und die Finanzierung sind wesentlicher Teil des Prüfauftrags der Mitgliederversammlung. Es geht darum, die bisher nur kurzfristig möglichen Planungen um Fakten und weitere Informationen zu ergänzen und diese fachlich bewerten zu lassen. Klarstellen sollte man aber unbedingt: Heute schon muss die Apothekerschaft in Berlin extern Flächen für Arbeitsplätze ihrer Angestellten anmieten und für Veranstaltungen oder Sitzungen andere Räume anmieten. Deshalb ist nun eine nüchterne Bewertung angezeigt.

 

PZ: Welche Alternativen prüfen Sie?

 

Bellartz: Das Apothekerhaus ist nun schon seit fast neun Jahren in Berlin. Man mag über den Charakter des Hauses streiten. Fakt ist, dass hier die Kolleginnen und Kollegen der ABDA engagiert arbeiten und dass die Jägerstraße die allseits bekannte Adresse der Apothekerschaft in der Hauptstadt ist. Im Wesentlichen geht es nun um die Frage, ob es sinnvoll ist, die angebotene benachbarte Fläche zu bewirtschaften und wie dies den Wert des Apothekerhauses steigert. Wichtig ist, dass der ABDA-Haushalt finanziell nicht betroffen ist.

 

PZ: Die Debatte um den Umzug der ABDA von Eschborn nach Berlin wurde sehr emotional und kontrovers geführt. Können Sie nachvollziehen, dass dies auch heute teilweise wieder der Fall ist?

 

Bellartz: Natürlich kann ich verstehen, dass über eine geplante Investition debattiert wird. Das ist auch gut so, wenn es fair und ohne persönliche Verletzungen abgeht. Eine nüchterne Bewertung der Fakten ist im Sinne aller Diskutanten, der ABDA-Mitarbeiter und sicherlich auch im Sinne des Berufsstandes. Manches ist längst positiver als von den Kritikern des damaligen Hauskaufs angenommen. Wir haben das Haus sukzessive geöffnet. Dass die Apothekerschaft eines der bedeutendsten jüdischen Baudenkmäler der Hauptstadt mit Leben erfüllt, finden viele Besucher, Gäste und Gesprächspartner löblich. Manchmal würde ich mir wünschen, dass diese Betrachtung zumindest eine Chance auf Wahrnehmung hat.

 

PZ: Wann soll die Entscheidung fallen?

 

Bellartz: Zu Beginn des neuen Jahres werden die Prüfergebnisse vorliegen und dann sicherlich viele Fragen beantwortet werden können – wie auch immer. In der Folge wird erneut die Mitgliederversammlung tagen und auf der Basis dieser Ergebnisse eine Entscheidung treffen. Bis dahin ist alles Weitere reine Spekulation. /

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