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Nahrungsergänzungsmittel

Nutzen infrage gestellt

11.10.2011  18:15 Uhr

Von Aline Rühtz / Die Einnahme einiger Vitamine und Mineralstoffe steht bei älteren Frauen in Zusammenhang mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko. Das berichten Forscher um Jaakko Mursu der University of Eastern Finland in Kuopio und der Universität in Minnesota im Fachblatt »Archives of Internal Medicine« (doi: 10.1001/archinternmed. 2011.445).

Die Wissenschaftler werteten die Daten von fast 39 000 US-amerikanischen Teilnehmerinnen der »Iowa Women’s Health Study« aus. Zu Beginn der Studie im Jahr 1986 waren die Frauen im Schnitt 61 Jahre alt. In den folgenden Jahren gaben sie mehrmals an, welche Nahrungsergänzungsmittel sie zu sich nahmen.

Die Forscher stellten in ihrer Studie eine leicht erhöhte Todesrate unter der Supplementierung mit Vitamin B6, Folsäure, Eisen, Magnesium und Zink fest. Am eindeutigsten war die Korrelation dosisabhängig bei Eisen. Den mit Abstand höchsten Risikoanstieg fanden sie bei Kupfer. Das absolute Sterberisiko stieg hier um 18 Prozent. Im Gegensatz dazu sank das Mortalitätsrisiko bei einer Calcium-Supplementierung um 3,8 Prozent.

 

Obwohl Vitaminpräparate und Spurenelemente oft zur Prävention chronischer Erkrankungen gegeben werden, fehlten bislang gesicherte Erkenntnisse über langfristige gesundheitliche Konsequenzen. Aus ihren Ergebnissen können die Autoren wenig Rechtfertigung für den allgemeinen und weitverbreiteten Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ableiten. Sie empfehlen die Einnahme daher nur bei Mangelsymptomen oder bei krankheitsbedingt erhöhtem Bedarf. / 

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