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Sartane

Umstrittenes Krebsrisiko

10.08.2010
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Von Daniela Biermann / Erhöhen Sartane das Krebsrisiko? Dieser Frage gehen derzeit die europäische Arzneimittelbehörde und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nach. Die Behörden wollen jedoch keine Panik verbreiten.

 

Zurzeit gelte das Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Blutdrucksenker als positiv, teilte das BfArM mit. Patienten, die Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten einnehmen, sollten die Einnahme nicht ohne vorherige Beratung mit ihrem behandelnden Arzt beenden. Dies deckt sich mit einer Empfehlung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft vom Beginn dieser Woche. Hintergrund ist eine Metaanalyse in der Juni-Ausgabe des Fachjournals »Lancet Oncology« (Doi: 10.1016/S1470-2045(10)70106-6). Hier hatten US-Epidemiologen den Verdacht geäußert, die Einnahme von Sartanen gehe mit einem gering erhöhten Krebsrisiko einher. Die AkdÄ sieht in der Studie jedoch »einige deutliche methodische Schwächen«. Darüber hinaus sei die biologische Plausibilität einer tumorfördernden Wirkung von Sartanen nicht gegeben. Allerdings weise die vorhandene Datenlage noch deutliche Lücken und Unsicherheiten auf. Dementsprechend forderte die AkdÄ weitere Studien, sieht jedoch keinen Anlass, die derzeitigen Therapieempfehlungen zu ändern. /

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