Pharmazeutische Zeitung online
Einnahme

Morgens, abends oder vor dem Schlafengehen?

10.08.2010
Datenschutz bei der PZ

Von Sven Siebenand / Wirksamkeit und Sicherheit einiger Arzneistoffe sind abhängig vom Zeitpunkt ihrer Einnahme beziehungsweise Gabe. Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben eine Liste erstellt und im Anschluss untersucht, wie es mit diesen Empfehlungen in der Realität aussieht.

 

Ihre Ergebnisse haben Arwa Hassan und Professor Dr. Walter E. Haefeli in »Pharmacy World & Science« (Doi: 10.1007/s11096-009-9362-4) veröffentlicht.

Nach einer umfangreichen Analyse klinischer Studien kamen sie zu dem Ergebnis, dass die abendliche Gabe unter anderem für Simvastatin, Cimetidin, Rabeprazol, Carboplatin, Quinapril, Indomethacin und Atorvastatin zu empfehlen ist. Das gelte auch für Bluthochdruckpatienten mit Nierenfunktionsstörungen, die Isradipin erhalten. Die morgendliche Einnahme ist den Autoren zufolge für Amlodipin, Perindopril, Omeprazol und Pantoprazol zu empfehlen. Acetylsalicylsäure (ASS), Valsartan, Telmisartan, Olmesartan und Ramipril sollten am besten vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

 

Im nächsten Schritt werteten die Wissenschaftler insgesamt fast 500 000 elektronische Krankenhausverordnungen aus. Knapp 2 Prozent davon enthielten Wirkstoffe mit bekannten Unterschieden hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit in Abhängigkeit vom Einnahmezeitpunkt. Nur in 14 Prozent der Fälle fanden die Wissenschaftler eine Übereinstimmung zwischen dem empfohlenen und dem tatsächlichen Einnahmezeitpunkt. Jedoch gab es von Wirkstoff zu Wirkstoff Unterschiede. So wurde zum Beispiel der Lipidsenker Atorvastatin zu mehr als 80 Prozent abends eingenommen. Telmisartan, ASS und Ramipril dagegen wurden so gut wie niemals zum Schlafengehen eingenommen. / 

Mehr von Avoxa