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Gesundheitspolitische Schwerpunkte

Apotheker bieten Lösungen

28.03.2018
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Von Ev Tebroke, Berlin / Stärkung der ambulanten Pflege, Digitalisierung und flächendeckende Versorgung: diese Themen nennt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als seine politischen Schwerpunkte. Die Apotheker bieten Unterstützung an. Das betonte der Vorsitzende des Deutschen Apotheker­verbands (DAV), Fritz Becker, in Berlin.

Auf dem Parlamentarischen Abend der baden-württembergischen Apotheker vergangene Woche stellte Becker apothekenspezifischen Lösungen vor, die an diese Schwerpunkte anknüpfen. Der Einladung von Landesapothekerkammer und -apothekerverband Baden-Württemberg waren viele Politiker gefolgt, wie etwa die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Karin Maag (CDU), der Arzneimittelexperte der Union, Michael Hennrich (CDU) und die Gesundheitsexpertin der SPD, Hilde Mattheis.

 

In der Pflege möchten die Apotheker das Pflegepersonal in der Arzneimittelversorgung unterstützen, sowohl bei der Arzneimittelstellung als auch beim Medikationsplan und -management. Das könnte laut Becker etwa so aussehen, dass die Apotheke ab einem bestimmten Pflegegrad mit einem pharmazeutischen Botendienst die Arzneimittelversorgung und das Medikationsmanagement eines Patienten übernimmt.

 

Becker verwies auf das baden-württembergische Pilotprojekt namens aktivCare, bei dem Apotheker in Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft in die Pflege eingebunden sind. Dabei bieten die rund 20 beteiligten Apotheken ein erweitertes Angebot, wie beispielsweise die Versorgung der Patienten mit enteraler und parenteraler Ernährung oder das Wundmanagement. Auch der Medikationsplan und das Medikationsmanagement, die beiden bundespolitischen Herzstücke für eine verbesserte Arzneimitteltherapiesicherheit bei multimorbiden Patienten, wird von den Apotheken mit einem Modellprojekt bereits seit Juli 2016 umgesetzt – der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN).

 

Was das Thema Digitalisierung betrifft, so sind die Apotheken in die Initiative Securpharm eingebunden, die das Eindringen von gefälschten Arzneimitteln in die Lieferkette verhindern soll und ab 9. Februar 2019 verbindlich ist für die Abgabe von Rx-Medikamenten. Auch den elektronischen Medikationsplan möchten die Apotheker gern umsetzen, so Becker. Dabei könnten dann künftig sowohl Arzt als auch Apotheker den Plan elektronisch erstellen, aktualisieren und prüfen. Die Apotheker sind laut Becker auch dabei, den Heilberufsausweis, die Institutionskarte, mit der sich Apotheker digital authentifizieren können, und ein eigenes sicheres Apothekennetz zu installieren. Hier setzten sie ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft.

 

Was die flächendeckenden Versorgung betrifft, so können künftig digitale Rezeptsammelstellen die Arzneimittelversorgung auf dem Land verbessern. Erste Prototypen einer solchen digitalen Rezept-Annahmestelle wurden Ende Januar im baden-württembergischen Neidlingen sowie im saarländischen Heusweiler-Kutzhof eröffnet. /

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