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Securpharm auf der Zielgeraden

Anbindung unter Zeitdruck

14.02.2018
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Von Cornelia Dölger / Wenn in einem Jahr das neue europäische Schutzsystem für Arzneimittel startet, wird Arzneimittelfälschern ihr kriminelles Handwerk erheblich erschwert – vorausgesetzt, alle Beteiligten im Arzneimittelmarkt machen tatsächlich mit. Laut der Initiative Securpharm läuft die Anbindung der Apotheker zwar planmäßig, doch bei anderen Nutzern ist diesbezüglich offenbar noch Luft nach oben.

»Wir liegen mit dem Aufbau des neuen Schutzsystems absolut im Plan«, betonte Securpharm-Vorstandssprecher Reinhard Hoferichter vergangene Woche. Damit das System pünktlich zum 9. Februar 2019 steht, müssten sich aber noch etliche Marktteilnehmer daran anbinden, forderte er. Ab dem Datum dürfen verschreibungspflichtige Medikamente bis auf wenige Ausnahmen nur noch mit Sicherheits­merkmal und Seriennummer in Verkehr gebracht werden. Damit wird die europäische Fälschungsrichtlinie umgesetzt, die verhindern soll, dass Arzneimittelfälschungen in Europa in die legale Lieferkette eindringen.

Während die Anbindung von Apotheken und Großhändlern »planmäßig« Fahrt aufnimmt, sieht Hoferichter vor allem bei den Krankenhäusern erheblichen Nachholbedarf. Bis dato habe erst ein einziges Krankenhaus die Arbeit mit dem System erprobt.

 

Pharmaunternehmen, Großhändler, Apotheken und Krankenhäuser müssen sich an das Securpharm-System anschließen, um die Daten für die gesetzlich geforderte Echtheitsprüfung von Arzneimittelpackungen anhand der individuellen Seriennummer austauschen zu können. Die Pharmaindustrie habe den Handlungsbedarf erkannt. Bislang seien 200 Pharmaunternehmen an Bord, bilanziert Hoferichter. »Etliche fehlen aber noch immer.« Er empfiehlt den Unternehmen, die noch nicht angeschlossen sind, dies schnellstmöglich zu tun, »sonst könnte es für einzelne Hersteller knapp werden«.

 

Heiße Phase beginnt

 

Nun beginnt also der Endspurt: Die ABDA meldete vergangene Woche den Eintritt in die heiße Phase des Projekts. Ab 1. April können demnach alle Apotheken ihren Zugang zum Securpharm-System beantragen. Die Apotheker sehen sich gut aufgestellt. Der Securpharm-Verantwortliche Hans-Peter Hubmann, Mitglied im ABDA-Vorstand, betonte: »Die Apotheken werden bestens vorbereitet sein, um ihre Patienten auch weiterhin mit allen notwendigen Arzneimitteln zu versorgen, wenn die Fälschungsschutzrichtlinie Anfang nächsten Jahres in Kraft tritt.« /

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