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Securpharm

Gut aufgestellt für Tag X

Drei Monate vor dem verbindlichen Start der EU-Richtlinie zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen sieht die Initiative Securpharm alle beteiligten Akteure in Deutschland gut aufgestellt. Das betonte Securpharm-Vorstandssprecher Reinhard Hoferichter auf Nachfrage der Pharmazeutischen Zeitung. Er blickt dem Start am 9. Februar 2019 gelassen entgegen.
Cornelia Dölger
13.11.2018
Datenschutz bei der PZ

»Wenn das europäische Schutzsystem in einigen Jahren seine volle Funktionsfähigkeit erreicht haben wird, werden nach unserer Überzeugung die Fälschungsfälle, die wir in den letzten Jahren in Deutschland gesehen haben, nicht mehr möglich sein«, sagte Hoferichter. »Unser Eindruck ist, dass die Apotheker für den Start gut gerüstet sind«, betonte der Securpharm-Vorstandssprecher und widersprach damit Medienberichten von voriger Woche, wonach es sowohl bei Apothekern als auch bei Pharmaunternehmen oder -großhändlern mit der verpflichtenden Anbindung an das Schutzsystem hapere. Das »Hamburger Abendblatt« hatte am 10. November berichtet, die EU-Fälschungsrichtlinie könne zu Engpässen in Apotheken führen.

Securpharm zufolge sind bis dato 16.160 von rund 19.500 öffentlichen Apotheken in Deutschland für das sogenannte N-Ident-Verfahren bei der Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) registriert. Das sind 84 Prozent. In etwa gleich hoch ist die Quote bei Krankenhausapotheken. Dort sind 328 von rund 400 bereits registriert, ein Wert von 82 Prozent.

Noch besser sieht es laut der Initiative bei den Pharmaunternehmen aus. Sie werden technisch über den Anbieter ACS Pharmaprotect an die Datenbank angebunden. Demnach sind inzwischen 327 von geschätzten 350 dort unter Vertrag, das sind rund 94 Prozent. Die Zahl bestätigt auch Holger Wannenwetsch vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) auf Nachfrage der PZ. »Ich denke, damit können wir sehr zufrieden sein«, so der BAH-Sprecher.

Vor wenigen Tagen hatte es in dem besagten Medienbericht geheißen, dass nach wie vor zu wenige Akteure sich hätten registrieren und legitimieren lassen, sodass es mit dem Startschuss am 9. Februar zu erheblichen Problemen bis hin zu Lieferengpässen für Originalmedikamente kommen könne. Hoferichter teilt diese Sorge nicht. »Das Securpharm-System wird bereit sein, um die ab dem 9. Februar 2019 nach und nach in Verkehr kommenden Packungen mit den neuen Sicherheitsmerkmalen bei der Abgabe auf ihre Echtheit zu überprüfen«, kündigte er an. Über Lieferengpässe sei bisher nichts bekannt.

Durch das Zwei-Server-System sei zudem der Datenschutz gewährleistet, da Apotheker auf der einen und die Industrie auf der anderen Seite Herr über ihre Daten blieben. Anders als zuvor in einem Medienbericht dargestellt, erhebe das Securpharm-System allein solche Daten, die für die Echtheitsprüfung relevant seien. In dem Bericht war Hoferichter mit der Aussage, der Apothekenkunde könne durch Securpharm per Scan nachprüfen, wo und wann sein Medikament hergestellt worden sei, falsch zitiert worden. Dies könne der Kunde nicht, stellte Hoferichter heute richtig. »Auch der Apotheker kann nicht erkennen, wo und wann das Arzneimittel produziert worden ist.«

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