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ARMIN

Finale Testphase beginnt

12.01.2016  14:53 Uhr

Von Ev Tebroke / Es zieht sich, aber es wird: Die Arzneimittel­initiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) biegt auf die Zielgerade ein. Zurzeit setzen die ersten Arzt-Apotheker-Paare die dritte und entscheidende Stufe des Modellprojekts um – das Medikationsmanagement für Patienten.

Insgesamt zwölf solcher Testpaare prüfen dabei in den kommenden drei Monaten Funktion und Zusammenspiel des digitalen Datenaustauschs. Insbesondere die schwierige Entwicklung und Anbindung entsprechend kompatibler und sicherer Softwaresysteme sowohl auf Arzt- als auch auf Apothekerseite hatte den Probelauf mit Patienten immer wieder verzögert.

 

Die Beteiligten hoffen nun, im Frühjahr offiziell mit dem Medikationsmanagement starten zu können. In den letzten Monaten sei viel Bewegung in die Sache gekommen, so eine Sprecherin der Initiative. Demnach ist im Januar ein Treffen der Projektleiter der einzelnen Arbeitsgruppen geplant, bei dem man sich auf einen genauen Starttermin verständigen will. Auf Apothekerseite hätten die fünf großen Softwarehäuser Lauer-­Fischer, Pharmatechnik, Awinta und ADG ihre Tests abgeschlossen, heißt es.

 

Zuletzt hatten die Ärzte mit ihren Softwarehäusern die Umsetzung der dritten Stufe von ARMIN getestet. Die für die Zertifizierung der Prozesse zuständige AOK-Tochter Gevko hatte Anfang Dezember den erfolgreichen Abschluss des Verfahrens bekannt gegeben. Damit sei nun die Neuanlage, Änderung und Löschung einzelner Medikationen sowie des gesamten Medikationsplans möglich, so die Gevko. Ab Anfang 2016 können demnach 70 Prozent der Ärzte auf den elektronischen Medikationsplan zugreifen.

 

ARMIN hat bundesweit Vorbildcharakter. Der im Zuge des Medikationsmanagements nun mögliche elektronische Datenaustausch zwischen Arzt und Apotheker dient auch als Blaupause für den mit dem E-Health-Gesetz eingeführten Medikationsplan. Dieser soll ab Oktober zunächst in Papierform und ab 2018 dann auch elektronisch allen Patienten zustehen, die dauerhaft mehr als drei rezeptpflichtige Medikamente einnehmen. Den Gesetzestext finden Sie in der Druckausgabe der PZ 01/02/2016 auf Seite 74. /

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