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ARZNEISTOFFE

Manidipin|Manyper®|27|2004

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STOFFGRUPPE
27 Betarezeptoren-, Calciumkanalblocker und Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems
WIRKSTOFF
Manidipin
FERTIGARZNEIMITTEL
Manyper®
HERSTELLER

Chiesi

MARKTEINFÜHRUNG (D)
04/2004
DARREICHUNGSFORM

10 mg Tabletten

20 mg Tabletten

Indikationen

Manyper ist zugelassen zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Hypertonie.

Wirkmechanismus

Manidipin ist ein Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ.

Anwendungsweise und -hinweise

Manidipin zeichnet sich durch eine lange Wirkdauer aus, die eine einmal tägliche Einnahme ermöglicht. Auf Grund der lipophilen Struktur reichert sich Manidipin in der Zellmembran an und erzielt dadurch seine lange Wirkdauer.

 

Da der Wirkstoff nach dem Essen besser resorbiert wird, sollte die Tablette morgens nach dem Frühstück eingenommen werden. Die Therapie beginnt mit 10 mg Manidipin. Bei Bedarf kann die Tagesdosis verdoppelt werden. Da Manidipin einem ausgeprägten First-pass-Metabolismus in der Leber unterliegt, ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sowie bei älteren Patienten ab 65 Jahren bei einer Dosiserhöhung von 10 auf 20 mg Vorsicht geboten.

Wichtige Wechselwirkungen

Wie andere Dihydropyridine wird Manidipin über CYP3A4 verstoffwechselt; daher sollte die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren mit Vorsicht erfolgen. Der Genuss von Alkohol und Grapefruitsaft sollte unterbleiben, da diese die Wirkung von Manidipin verstärken können.

Nebenwirkungen

Manidipin wurde in den Studien gut vertragen. Die Häufigkeit unerwünschter Effekte, zum Beispiel Ödeme am Fußknöchel, Herzklopfen, Flush, Kopfschmerzen oder Schwindel, war vergleichbar mit anderen Antihypertensiva.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Patienten mit instabiler Angina pectoris, in den ersten viel Wochen nach einem Myokardinfarkt oder einem nicht behandelten Herzversagen ist Manidipin kontraindiziert. Außerdem darf es bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) sowie mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

In Studien senkte Manidipin (10 bis 20 mg) den Blutdruck vergleichbar gut wie andere Antihypertensiva (einmal täglich 2,5 bis 10 mg Amlodipin, 5 bis 10 mg Felodipin, 4 bis 6 mg Lacidipin oder 10 bis 20 mg Nicardipin oder zweimal täglich 20 bis 40 mg Nifedipin). Dies galt auch für Patienten mit Bluthochdruck und Diabetes (Vergleich mit Amlodipin, Enalapril und Delapril). Der Blutdruck senkende Effekt wurde in einer Studie mit älteren Hypertonikern über drei Jahre nachgewiesen. Manidipin beeinflusste weder den Glucosestoffwechsel noch das Lipidprofil.

Hintergrundinfos

Manidipin hat einen günstigen Einfluss auf die Niere. Er erweitert afferente und efferente Arteriolen im Glomerulum und verbessert den renalen Blutfluss und die glomeruläre Filtrationsrate. Außerdem wirkt Manidipin leicht diuretisch, da es die Rückresorption von Natrium und Wasser in den Nierentubuli bremst. Bei Hochdruckpatienten sowie normotensiven Diabetikern konnte die Albuminausscheidung im Harn reduziert werden. Möglicherweise schützt der Arzneistoff vor hochdruckbedingten Nierenschäden. Dies könnte über das Peptid Endothelin-1 vermittelt werden, dessen Konzentration unter Manidipin in vitro deutlich absinkt.

Besonderheiten

Manyper-Blister sind im Umkarton aufzubewahren, um das Arzneimittel vor Licht zu schützen.

Manyper ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Manidipin

Manidipin

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

manidipin.wrl

Weitere Hinweise

Da andere Dihydropyridine im Tierversuch teratogene Eigenschaften gezeigt haben und das potenzielle Risiko für den Menschen unbekannt ist, sollte Manidipin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Auch in der Stillzeit sollte es nicht angewendet werden, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch über geht. Versuche an Ratten haben gezeigt, dass Manidipin und dessen Metaboliten in hohem Maße in die Muttermilch übergehen. Ist eine Gabe von Manidipin unumgänglich, muss abgestillt werden.

Letzte Aktualisierung: 05.08.2016