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ARZNEISTOFFE

Lercanidipin|Carmen® / Corifeo®|27|2000

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STOFFGRUPPE
27 Betarezeptoren-, Calciumkanalblocker und Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems
WIRKSTOFF
Lercanidipin
FERTIGARZNEIMITTEL
Carmen® / Corifeo®
HERSTELLER

Berlin Chemie Menarini

Recordati Pharma

MARKTEINFÜHRUNG (D)
10/2000
DARREICHUNGSFORM

10 mg Filmtabletten

10 mg Filmtabletten

20 mg Filmtabletten

20 mg Filmtabletten

Indikationen

Carmen und Corifeo sind zugelassen zur Behandlung der leichten bis mittelschweren essenziellen Hypertonie.

Wirkmechanismus

Lercanidipin ist ein Abkömmling des Nifedipins, besitzt allerdings am Dihydropyridin-Ring eine längere Seitenkette bestehend aus einem Biphenylpropylaminoalkyl-Rest. Die Substanz zählt neben Lacidipin und Amlodipin zur dritten Generation der Dihydropyridin-Derivate. Der lipophile Stoff verschwindet rasch aus dem Plasma (tmax 1,5 bis 3 Stunden) und reichert sich ähnlich wie Lacidipin in dem lipophilen Innenraum der Zellmembran an. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt acht bis zehn Stunden.

 

Die Wirkung setzt langsam ein und bleibt über 24 Stunden bestehen. Trotz vollständiger Resorption ist die absolute Bioverfügbarkeit auf Grund eines hohen First-pass-Effektes gering. Dieser Metabolismus scheint sättigbar zu sein.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 10 mg Lercanidipin. Sie kann je nach Ansprechen des Patienten auf 20 mg erhöht werden. Da es bis zu zwei Wochen dauern kann, bis die volle blutdrucksenkende Wirkung erreicht ist, sollte eine Dosissteigerung schrittweise erfolgen.

 

Die Tabletten sind mindestens 15 Minuten vor einer Mahlzeit einzunehmen.

Wichtige Wechselwirkungen

Lercanidipin wird intensiv durch CYP3A4 verstoffwechselt. Gleichzeitig verabreichte CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren können daher den Metabolismus und die Elimination von Lercanidipin verändern. Der Genuss von Alkohol sollte vermieden werden, da dieser die Wirkung gefäßerweiternder Arzneimittel verstärken kann. Kontraindiziert ist die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren, Ciclosporin und Grapefruitsaft.

Nebenwirkungen

Typische Nebenwirkungen von Lercanidipin lassen sich auf die gefäßerweiternde Wirkung der Calciumantagonisten zurückführen: Flush, peripheres Ödem, Palpitation und Tachykardie.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Lercanidipin ist kontraindiziert in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Frauen in gebärfähigem Alter, die eine Schwangerschaft nicht sicher verhüten. Nicht angewendet werden darf es außerdem bei Patienten mit einer Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstraktes, mit unbehandelter kongestiver Herzinsuffizienz, mit instabiler Angina pectoris sowie innerhalb eines Monats nach einem Myokardinfarkt. Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen dürfen Lercanidipin ebenfalls nicht erhalten. Kontraindiziert sind außerdem die gleichzeitige Einnahme starker CYP3A4-Inhibitoren und von Ciclosporin sowie der Verzehr von Grapefruitsaft.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Die blutdrucksenkende Wirkung war in Studien mit der von Captopril, Atenolol oder Amlodipin vergleichbar. Die Verträglichkeit war meist gut.

Besonderheiten

Carmen Filmtabletten sind in der Originalverpackung aufzubewahren.

Bei der Lagerung von Corifeo sind keine besonderen Bedingungen einzuhalten.

Carmen und Corifeo sind verschreibungspflichtig.

Formeln

Lercanidipin

Lercanidipin

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

lercanidipin.wrl

Weitere Hinweise

Lercanidipin ist in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter, die eine Schwangerschaft nicht sicher verhüten, kontraindiziert.

Letzte Aktualisierung: 29.06.2017