Pharmazeutische Zeitung online
ARZNEISTOFFE

Pneumokokken-Konjugatimpfstoff|Prevenar®|75|2001

Datenschutz bei der PZ
STOFFGRUPPE
75 Sera, Immunglobuline und Impfstoffe
WIRKSTOFF
Pneumokokken-Konjugatimpfstoff
FERTIGARZNEIMITTEL
Prevenar®
HERSTELLER

Pfizer

MARKTEINFÜHRUNG (D)
03/2001
DARREICHUNGSFORM

Injektionssuspension

Indikationen

Prevenar 13 ist zugelassen zur aktiven Immunisierung gegen invasive Erkrankungen, Pneumonie und akuter Otitis media, die durch Streptococcus pneumoniae verursacht werden. Der Impfstoff kann bei Säuglingen ab sechs Wochen, Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren angewendet werden.

 

Für Erwachsene ist Prevenar 13 zugelassen zur Prävention von invasiven Erkrankungen und Pneumonien, die durch Streptococcus pneumoniae verursacht wurden.

Anwendungsweise und -hinweise

Kleinkinder unter sechs Monaten sollten insgesamt drei Impfdosen erhalten, die erste im zweiten Lebensmonat. Zusätzlich wird eine vierte Dosis im zweiten Lebensjahr empfohlen. Nicht geimpfte Kinder im Alter zwischen sieben und elf Monaten erhalten zwei Impfungen in einem Abstand von mindestens einem Monat. Hier wird zu einer dritten Impfung im zweiten Lebensjahr geraten. Kinder zwischen 12 und 23 Monaten müssen zweimal im Abstand von mindestens zwei Monaten geimpft werden. Ungeimpfte Kinder ab zwei Jahren und Jugendliche bis 17 Jahre erhalten eine Impfdosis.

 

Kinder von einem bis fünf Jahre, die vollständig mit Prevenar 7 immunisiert wurden, sollten eine Dosis Prevenar 13 erhalten, um die zusätzlichen Serotypen abzudecken. Kinder ab fünf Jahren und Jungendliche bis 17 Jahren, die eine oder mehrere Dosen Prevenar 7 erhalten haben, können eine Dosis Prevenar 13 erhalten. In beiden Fällen sollte die letzte Prevenar-7-Dosis mindestens acht Wochen zurückliegen.

 

Erwachsene ab 18 Jahren und ältere Personen erhalten eine Einzeldosis Prevenar 13. Die Notwendigkeit einer Wiederholungsimpfung wurde bislang nicht nachgewiesen.

Nebenwirkungen

Am häufigsten traten Reaktionen an der Einstichstelle sowie Fieber auf. Während der Grundimmunisierung beobachteten die Wissenschaftler keine erhöhten systemischen oder lokalen Reaktionen. Bei der Auffrischimpfung war die Rate vorübergehender Druckempfindlichkeit jedoch erhöht. Kinder, die zeitgleich eine kombinierte Vakzine gegen Diphtherie, Pertussis und Tetanus erhielten, litten häufiger unter Fieber.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Personen, die an einer schweren akuten fiebrigen Erkrankung leiden, sollte die Impfung mit Prevenar 13 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Der Konjugat-Impfstoff wurde in verschiedenen Studien untersucht. In einer Untersuchung mit knapp 38.000 Säuglingen in Nordkalifornien lag die Wirksamkeit bei mindestens 85 Prozent gegen Serotyp-spezifische bakteriämische Pneumonien. Andere Studien belegen, dass die Impfung ebenfalls vor Mittelohrentzündungen schützt, die durch entsprechende Serotypen verursacht werden. Diesen Schutz schätzen die Experten jedoch niedriger ein als bei invasiven Erkrankungen. In einer Studie mit 1662 finnischen Kindern schützte die Vakzine 57 Prozent der Probanden vor einer Otitis media.

Hintergrundinfos

Der ursprünglich 7-valente Impfstoff ist von einem 13-valenten Impfstoff abgelöst worden.

Besonderheiten

Prevenar 13 ist bei Temperaturen von 2–8 °C (Kühlschrank) zu lagern und darf nicht einfrieren. Bei Temperaturen bis zu 25 °C ist der Impfstoff vier Tage haltbar. Nach Ablauf dieser Frist muss er verwendet worden sein oder verworfen werden.

Weitere Hinweise

Eine Anwendung von Prevenar 13 sollte sicherheitshalber vermieden werden. Ob der Impfstoff in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt.

Letzte Aktualisierung: 18.05.2017