Pharmazeutische Zeitung online
ARZNEISTOFFE

Meningokokken-Konjugatimpfstoff|Meningitec®|75|2001

Datenschutz bei der PZ
STOFFGRUPPE
75 Sera, Immunglobuline und Impfstoffe
WIRKSTOFF
Meningokokken-Konjugatimpfstoff
FERTIGARZNEIMITTEL
Meningitec®
HERSTELLER

Pfizer

MARKTEINFÜHRUNG (D)
03/2001
DARREICHUNGSFORM

Injektionssuspension in einer Fertigspritze

Indikationen

Meningitec ist zugelassen zur aktiven Immunisierung von Kindern ab zwei Monaten, Jugendlichen und Erwachsenen gegenüber Infektionen mit Neisseria meningitides, Serogruppe C.

Anwendungsweise und -hinweise

Im Gegensatz zum reinen Polysaccharid-Impfstoff löst eine konjugierte Vakzine auch bei sehr jungen Kindern eine lang anhaltende Immunantwort (immunologisches Gedächtnis) aus. Daher können diese Impfstoffe bereits bei Babys ab dem zweiten Lebensmonat eingesetzt werden. Säuglinge unter zwölf Monaten erhalten zwei Dosen intramuskulär im Abstand von mindestens zwei Monaten; bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genügt eine Dosis. Mehr als 98 Prozent der Säuglinge entwickelten nach der zweiten Impfung bakterizide Antikörpertiter im Serum. Eine Boosterimpfung nach der Grundimmunisierung wird für Säuglinge empfohlen; über den Zeitpunkt informiert die STIKO.

Nebenwirkungen

Fieber und lokale Reaktionen an der Einstichstelle treten nach einer Impfung mit Meningitec häufig auf. Säuglinge und Kleinkinder reagieren häufig mit Weinen, Gereizt- oder Benommenheit, Schlafstörungen, Diarrhö und Erbrechen.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Eine Impfung von Patienten, die unter einem akuten schweren fiebrigen Infekt leiden, sollte verschoben werden. Kontraindiziert ist Meningitec außerdem bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Impfstoffe, die Diphtherietoxoid oder nicht-toxisches Diphtherietoxin-Protein enthalten, sowie bei Patienten, die bereits bei einer früheren Gabe von Meningitec überempfindlich reagiert haben.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Hintergrundinfos

Die Impfung mit Meningitec schützt nur vor Keimen der Serogruppe C. Diese sind in Deutschland nur für etwa ein Fünftel der Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich. Häufigste Auslöser sind hierzulande Typ-B-Bakterien, gegen die auch die eingeführten bi-(A, C)- und quadrivalenten (A, C, Y, W-135) Polysaccharid-Impfstoffe nicht schützen. Ebenso können Haemophilus influenzae Typ b, Pneumokokken, Mykobakterien oder Viren eine Hirnhautentzündung auslösen. Eltern von geimpften Kindern müssen also weiterhin auf typische Symptome wie Fieber, Erbrechen, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit und Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma achten.

Besonderheiten

Meningitec ist bei 2–8 °C (Kühlschrank) sowie in der Originalverpackung zu lagern und darf nicht gefrieren.

Meningitec ist verschreibungspflichtig.

Weitere Hinweise

Das Risiko einer Impfung von Schwangeren mit Meningitec ist nicht bekannt. Dennoch sollten Schwangere nicht von einer Impfung ausgeschlossen werden, wenn ein eindeutiges Expositionsrisiko besteht. Vor einer Anwendung während der Stillzeit ist ebenfalls eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

Letzte Aktualisierung: 17.05.2017