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DAV-Chef Hubmann
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Apotheken unter dem Rasenmäher

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Hans-Peter Hubmann, hat die geplante Erhöhung des Kassenabschlags scharf kritisiert. Bei der Eröffnung des DAV-Wirtschaftsforums forderte er von der Regierung, die Apotheken endlich zu stärken – auch im Sinne der Patienten.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 05.05.2026  10:30 Uhr

Apotheken sparen Kassen Milliarden

Die Kassen verweisen gerne auf die steigenden Honorare aus dem variablen Bestandteil der Vergütung. Doch selbst, wenn man die 3-Prozent-Marge einrechne, hätten die Apotheken in den vergangenen zwölf Jahren im Durchschnitt einen Anstieg von 1 Prozent jährlich zu verzeichnen. Die GKV-Einnahmen seien seitdem um 85 Prozent gestiegen, das Bruttoinlandsprodukt um 56 Prozent und die Tarifgehälter der Mitarbeitenden in Apotheken um 39 Prozent.

Und: Eine Erhöhung des Fixums entsprechen laut Hubmann nur knapp 0,3 Prozent Mehrausgaben für die Krankenkassen und seien ganz sicher kein Grund für wachsende Beitragssätze. Die Kassen sollten sich lieber an die eigene Nase fassen, statt wie unlängst wieder die Vorstandsgehälter zu erhöhen und Geld in teure Werbekampagnen zu stecken.

ApoVWG mit gemischter Bilanz

Hubmann ging auch auf das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ein, das demnächst final im Bundestag beraten werde soll. Als positive Aspekte lobte der DAV-Chef die vereinfachten Abgaberegeln, mehr Retaxsicherheit, neue Leistungen wie Impfungen und Tests, neue Aufgaben in der Prävention und vor allem eine stärkere Einbindung in die Primärversorgung. »Aber dazu braucht es zwingend die freiberufliche Struktur und wirtschaftlich stabile Apotheken«, so Hubmann.

Die geplante PTA-Vertretung sei daher – trotz erfolgter Anpassungen – nicht akzeptabel. Die Regelung sei ein »ordnungspolitischer Sündenfall«, der interessierten Kreisen die Tür öffne, Fremdbesitz und Arzneimittelecken in Drogeriemärkten durchzuklagen.

Abgesehen davon ließen sich mit Vertretungs-PTA auch keine Kosten sparen, weil sich aus Hubmanns Sicht die Gehaltsstruktur entsprechend verschieben würden. Und: Die ABDA habe gemeinsam mit dem Bundesverband PTA (Bvpta) ein Positionspapier verabschiedet, das sich »für eine Weiterqualifikation der PTA« ausspreche, »aber gegen eine Vertretungsbefugnis«. Das müsse bei den letzten Beratungen im Parlament auch berücksichtigt werden.

»Die Zuversicht ist geschwächt«

Aufgrund der im Koalitionsvertrag zu den Apotheken vor Ort vereinbarten Punkte sei man »mit großer Zuversicht« in die Legislatur gestartet, so Hubmann. »Diese Zuversicht ist mittlerweile durch die im ApoVWG angedachten bedenklichen Strukturänderungen und die bislang ausgebliebene wirtschaftliche Stärkung der Apotheken vor Ort deutlich geschwächt.«

Zumal das Spargesetz noch weitere Belastungen für die Apotheken vorsehe. Die erhöhten Herstellerrabatte samt Inkasso-Leistung zugunsten der Krankenkassen, die geplante Erhöhung der Zuzahlung mit dem folgenden Erklärungsaufwand und dem negativen Nebeneffekt, dass ausländische Versender sich über ungesetzliche Boni Wettbewerbsvorteil verschaffen. Hubmann forderte von der Regierung ein echtes Durchgreifen: »Zur Durchsetzung des geltenden Rechts braucht es eine Beleihung der paritätischen Stelle und eine garantierte Staatshaftung«, so der DAV-Vorsitzende. Der Staat müsse das Recht durchsetzen .

Hubmann appellierte abschließend an die Kolleginnen und Kollegen beim DAV-Wirtschaftsforum, sich nicht beirren zu lassen. »Dieses Land braucht starke Apotheken für eine gute Gesundheitsversorgung der Menschen, jetzt und in der Zukunft. Und für starke Apotheken braucht es eine faire Vergütung« Die Zeit für 9,50 Euro sei: »Jetzt!«

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