| Sven Siebenand |
| 04.08.2026 10:00 Uhr |
Die nicht segmentale Vitiligo ist die häufigste Form der Vitiligo. / © Getty Images/Westend61
Vitiligo ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch unregelmäßige weiße Hautareale gekennzeichnet ist und infolge der selektiven Zerstörung von Melanozyten entsteht. Die nicht segmentale Vitiligo ist die häufigste Form und macht 84 Prozent aller Vitiligo-Fälle aus.
Was ist die Rationale für den Einsatz eines JAK-Hemmers bei Vitiligo? Proinflammatorische Zytokine, die Signale über den JAK1-Signalweg übertragen, sind an der Pathogenese von Vitiligo beteiligt, wobei die Pathophysiologie noch nicht vollständig geklärt ist, heißt es in der Fachinformation von Rinvoq. Die Hemmung von JAK1 durch Upadacitinib blockiert die Signalübertragung von JAK-abhängigen Zytokinen und Chemokinen und stellt so die normale Funktion der Melanozyten wieder her, wodurch die Erkrankung stabilisiert und eine Repigmentierung ermöglicht wird. Es handelt sich um den zweiten JAK-Hemmer bei Vitiligo. Der Wirkstoff Ruxolitinib (Opzelura®) ist ab einem Alter von zwölf Jahren bei nicht segmentaler Vitiligo als topische Therapie zugelassen.
Mit Rinvoq gibt es nun die erste orale Therapie: Zugelassen ist Upadacitinib zur Behandlung erwachsener und jugendlicher Patienten ab zwölf Jahren mit nicht segmentaler Vitiligo, die für eine systemische Therapie infrage kommen. Die empfohlene Dosis beträgt 15 mg einmal täglich.
Wirksamkeit und Sicherheit von 15 mg Upadacitinib einmal täglich wurden in zwei randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien (VITI-UP-1 und VITI-UP-2) mit insgesamt 614 Patienten ab zwölf Jahren untersucht. Die ko-primären Endpunkte waren das Erreichen von mindestens 75 Prozent Repigmentierung der Vitiligo im Gesicht (F-VASI 75) und mindestens 50 Prozent Repigmentierung der Vitiligo am gesamten Körper (T-VASI 50) von Baseline bis Woche 48. In VITI-UP-1 und VITI-UP-2 erreichten signifikant mehr Patienten im Verumarm F-VASI 75 und T-VASI 50: in VITI-UP-1 25 versus 6 Prozent beim ersten Endpunkt sowie 19 versus 6 Prozent beim zweiten; in VITI-UP-2 betrugen die entsprechenden Ergebnisse 23 versus 7 Prozent und 21 versus 6 Prozent.
Insgesamt entsprach das Sicherheitsprofil bei Patienten mit Vitiligo unter 15 mg Upadacitinib dem allgemein bekannten Sicherheitsprofil bei Patienten mit atopischer Dermatitis, heißt es in der Fachinformation. Infektionen der oberen Atemwege gelten als die häufigsten Nebenwirkungen.