| Sven Siebenand |
| 03.08.2026 13:30 Uhr |
In Europa wird die Prävalenz der atopischen Dermatitis bei Erwachsenen auf 4,4 bis 7,1 Prozent geschätzt. Zu den Anzeichen und Symptomen gehören unter anderem gereizte und stark juckende Haut sowie gerötete Hautläsionen, die nässen und verkrusten können. / © Getty Images/tylim
Ruxolitinib ist ein Inhibitor bestimmter Januskinasen (JAK). Diese Enzyme leiten Signale von Zytokinen und Wachstumsfaktoren von der Zelloberfläche ins Zellinnere weiter. Der Wirkstoff hemmt selektiv JAK1 und JAK2 und greift damit in den JAK/STAT-Signalweg ein.
Zugelassen ist der Arzneistoff bereits für die systemische Therapie bei Myelofibrose, Polycythaemia vera und chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung. Der JAK-Hemmer wird seit einiger Zeit aber auch topisch angewendet. Opzelura Creme ist zur Behandlung von nicht segmentaler Vitiligo mit Beteiligung des Gesichts bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren zugelassen. Seit Ende Juli gibt es nun die Zulassungserweiterung von Opzelura für die Indikation atopische Dermatitis.
Eine dünne Schicht Creme sollte zweimal täglich auf die betroffenen Hautstellen (höchstens 20 Prozent der Körperoberfläche) aufgetragen werden, bis die Läsionen abgeklungen sind. Es wird empfohlen, die Creme in regelmäßigen Abständen aufzutragen, wobei zwischen zwei Anwendungen von Ruxolitinib-Creme mindestens acht Stunden liegen müssen.
Basis für die Zulassungserweiterung sind die Ergebnisse der Phase-IIIb-Studie True-AD4, in der Sicherheit und Wirksamkeit von Opzelura bei Erwachsenen mit mittelschwerer atopischer Dermatitis untersucht wurden. In der Studie wurden nach acht Wochen beide ko-primären Endpunkte erreicht: Ein statistisch signifikant höherer Anteil der mit Opzelura behandelten Patienten erzielte im Vergleich zur Vehikelcreme eine Verbesserung des Eczema Area and Severity Index um mindestens 75 Prozent (EASI-75) gegenüber dem Ausgangswert (70,0 versus 18,5 Prozent).
Darüber hinaus erreichten signifikant mehr Patienten einen Investigator’s Global Assessment Treatment Success (IGA-TS), definiert als ein IGA-Wert von 0 (keine Erkrankung) oder 1 (nahezu keine Erkrankung) bei einer gleichzeitigen Verbesserung um mindestens zwei Punkte gegenüber dem Ausgangswert (61,3 versus 13,6 Prozent).