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DAV-Chef Hubmann
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Apotheken unter dem Rasenmäher

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Hans-Peter Hubmann, hat die geplante Erhöhung des Kassenabschlags scharf kritisiert. Bei der Eröffnung des DAV-Wirtschaftsforums forderte er von der Regierung, die Apotheken endlich zu stärken – auch im Sinne der Patienten.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 05.05.2026  10:30 Uhr

Unter dem Motto »Zukunft braucht starke Apotheken« eröffnete Hubmann das DAV-Wirtschaftsforum in Berlin. Angesichts der anstehenden Gesetzesvorhaben sei jetzt der Moment, sich über die Gesundheitsversorgung in Zukunft Gedanken zu machen. »Für eine gute Versorgung brauchen wir starke Apotheken. Und für starke Apotheken brauchen wir wirtschaftliche Stabilität, verlässliche politische Rahmenbedingungen und die heilberufliche Weiterentwicklung«, so Hubmann in seinem politischen Lagebericht.

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz starte die Koalition jetzt die lange angekündigten großen Reformen. Dass auch die Apotheken über die Erhöhung des Kassenabschlags einen Sparbeitrag leisten sollen, empfindet der DAV-Vorsitzende als ungerecht. Denn durch die ausgebliebene Anpassung des Fixums seit 2013 hätten die Apotheken schon einen großen Beitrag zur Stabilisierung der GKV-Finanzen geleistet. Selbst wenn das Fixum nur gemäß den Vorschlägen der Finanzkommission analog der Grundlohnsumme angepasst worden wäre, lägen die Apotheken jetzt bei über 12 Euro pro Packung.

Mehr als 15 Milliarden Euro hätten die Apotheken den Kassen auf diese Weise bereits eingespart, so Hubmann. Damit sei der Sparbeitrag der Apotheken »übererfüllt«. Dennoch soll der Kassenabschlag ab 2027 unbefristet um 30 Cent auf dann 2,07 Euro erhöht werden. »Diese Belastung hat nichts mit einer Stärkung der Apotheken zu tun«, su Hubmann.

Bislang nur Lippenbekenntnisse

Die Pläne stünden auch in »eklatantem Widerspruch« zu den bisherigen Aussagen der Koalition, die Apotheken zu stärken und ihnen mehr Verantwortung zu geben. Außer Lippenbekenntnissen habe man aber in diese Richtung bisher nichts gehört. Und den immer wieder bemühten Einwand, man könne nicht allen Apotheken mit der Gießkanne mehr Honorar geben, weil einige Großapotheken schon gut verdienen, will Hubmann auch nicht gelten lassen. »Bei Kürzungen wie der Erhöhung des Apothekenabschlags geht es ja auch immer mit dem Rasenmäher.«

Aber trotz aller Beteuerungen und Ankündigungen liege immer noch kein Änderungsentwurf für die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) vor. Dabei sei die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro »kein Zauberwerk«: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) könne dies im Benehmen mit dem Wirtschaftsministerium und ohne Beteiligung des Bundesrates durchführen. »Einzige Voraussetzung dafür ist der politische Wille, es auch zu tun«, so Hubmann. Spätestens zum 1. Juli 2026 müssten die 9,50 Euro kommen.

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