| Alexandra Amanatidou |
| 04.11.2026 10:30 Uhr |
Der parteiübergreifende Parlamentskreis »Prävention« sieht in diesem Bereich mehr Aufgaben für Apotheken. / © Imago/imagebroker
Nur zweimal hat bislang der Parlamentskreis Prävention getagt, wie Ates Gürpinar, der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion und Mitglied des Kreises, der PZ erklärt. »Im Mittelpunkt standen zunächst Organisatorisches, aber auch konkrete Maßnahmen, die zur Debatte stehen, wie die Tabak-, Alkohol- und Zuckersteuer.«
»Die Bundesregierung geht einige dieser Themen auch tatsächlich an – für viele von uns Abgeordneten des Parlamentskreises jedoch noch zu zögerlich. Das wollen wir ändern und auch intern Druck aufbauen«, so der Arzt und Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Johannes Wagner.
Außerdem habe der Kreis bei einem gemeinsamen Austausch mit der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung über bessere und gesündere Arbeitsbedingungen gesprochen, wie die CSU-Abgeordnete und ebenfalls Mitglied des Kreises Anne Janssen mitteilt. Und wie sieht es mit Blick auf die Apotheken aus?
Apotheken spielen für den Parlamentskreis eine »bedeutende Rolle«, teilte Wagner mit. »Apotheker*innen haben viel direkten Kontakt mit Patient*innen und extrem viel Erfahrung in der Aufklärung und Beratung. In anderen Ländern übernehmen sie schon systematisch Präventionsleistungen. Auf diese Ressource sollten wir zählen«, so der Arzt.
Fakt ist: Apotheken bieten bereits heute Präventionsangebote, etwa bei der Tabakentwöhnung oder beim Kampf gegen Adipositas. Bereits im Frühjahr hat die ABDA ein Papier veröffentlicht, in dem sie sich für mehr Präventionsmaßnahmen in Apotheken ausspricht. Dies hatte teilweise heftige Reaktionen aus der Ärzteschaft hervorgerufen.
»Für mich gehören Apotheken bei diesem Thema dazu«, sagt Janssen und ergänzt: »Gerade bei uns auf dem Land wissen wir, was es bedeutet, eine Apotheke in der Nähe zu haben.« Apotheken würden Vertrauen schaffen, »eine gute Voraussetzung, um auch über Vorsorge zu sprechen«. Zwar hoffe die CSU-Politikerin, dass der Parlamentskreis das Thema aufgreifen werde, dennoch müsse klar sein: »Wer Apotheken zusätzliche Aufgaben überträgt, muss auch dafür sorgen, dass sie die Zeit und das Personal dafür haben und ihre Arbeit angemessen bezahlt wird.«
Auch Gürpinar macht deutlich, dass die Rahmenbedingungen dafür stimmen müssen, damit Apotheken sich diese Aufgaben auch leisten können. »Apotheken sind ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung und für viele Menschen eine niedrigschwellige Anlaufstelle. Sie können deswegen auch bei der Prävention eine wichtige Rolle spielen, etwa durch Beratung und die Unterstützung eines bewussten Umgangs mit der eigenen Gesundheit.«