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Nikotinsucht
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Rauchfrei mit Unterstützung aus der Apotheke

In Apotheken gehören Beratungen zur Rauchentwöhnung bereits zum Alltag. Künftig könnten sie durch eine neue pharmazeutische Dienstleistung (pDL) noch stärker in die Versorgung eingebunden werden. Eine Apothekerin erklärt, warum das besonders wichtig ist.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 29.05.2026  16:20 Uhr

Christiana Schön berät jede Woche Patientinnen und Patienten beim Nikotinentzug in der Bio-Apotheke in Berlin. Bislang wurde diese Beratung nicht entlohnt. Dies soll sich jedoch bald ändern. Denn mit dem kürzlich vom Bundestag verabschiedeten Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) soll es dazu eine neue pharmazeutische Dienstleistung (pDL) geben.

»So kann man sich noch einmal wirklich Zeit nehmen, in den Beratungsraum gehen wie bei anderen pharmazeutischen Dienstleistungen«, sagt Schön. »Dadurch entsteht ein geschützter Raum mit mehr Privatsphäre, in dem sich die Kunden eher öffnen können, als wenn sie im HV darüber sprechen und mehrere Leute zuhören.«

»Eine lange Rauchkarriere«

Wie wichtig dieser geschützte Rahmen sein kann, zeigt auch der Fall einer 50-jährigen Patientin, die die Apothekerin seit mehreren Wochen begleitet. »Sie hat eine lange Rauchkarriere hinter sich«, sagt Schön. Die Patientin hat laut der Apothekerin im Teenageralter mit dem Rauchen angefangen und pro Tag zwei bis drei Schachteln geraucht.

Die Diagnose COPD, eine chronische und unheilbare Lungenerkrankung, war für sie ein Weckruf. Sie erhielt daraufhin eine ärztliche Handlungsanweisung zur Raucherentwöhnung und nimmt nun das verschreibungspflichtige Medikament Champix. Dieses enthält den Wirkstoff Vareniclin, der das Rauchverlangen und die Entzugserscheinungen lindern kann.

»Zu Beginn hatte die Patientin leichte Probleme und Bedenken wegen der möglichen Nebenwirkungen«, sagt Schön. Dazu zählen etwa depressive Verstimmungen oder Gewichtszunahme. »Nach vier bis sechs Wochen war sie dann einigermaßen beruhigt. Sie hat dann langsam die Dosis reduziert und ist jetzt tatsächlich rauchfrei.«

Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis? 

Die Apothekerin ist der Meinung, dass Menschen mit starker Nikotinabhängigkeit am besten mit ärztlicher und pharmazeutischer Begleitung mit dem Rauchen aufhören können. Anders schätzt sie die Situation bei Menschen ein, »die circa 20 Zigaretten am Tag rauchen«. Bei ihnen sei ein Rauchstopp häufig auch allein mit Unterstützung der Apotheke möglich.

Apotheken können dabei auch Nikotinpflaster und -kaugummis anbieten. Aus Sicht der Apothekerin scheitern viele Menschen mit Nikotinkaugummis, weil diese die psychische Abhängigkeit nicht ausreichend adressierten. Die Pflaster hingegen sollen kontinuierlich Nikotin abgeben. Dadurch wird der körperliche Nikotinentzug abgefedert und die Patientinnen und Patienten können sich auf die psychische Komponente konzentrieren.

Welche Möglichkeiten der Rauchentwöhnung infrage kommen, wissen viele Patientinnen und Patienten jedoch nicht. Die geplante pharmazeutische Dienstleistung könnte Apotheken künftig mehr Zeit und Raum für die Begleitung beim Rauchstopp geben. Bis dahin bietet Schön diese Beratungen weiterhin unentgeltlich an.

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