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Primärversorgung
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Ärzte kritisieren ABDA-Pläne zur Apothekeneinbindung

Anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni hat die ABDA ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie mehr Aufgaben für Apotheken in der Primärversorgung fordert. Dagegen übt die Ärzteschaft nun scharfe Kritik.
AutorKontaktPZ
Datum 05.06.2026  14:15 Uhr
Ärzte kritisieren ABDA-Pläne zur Apothekeneinbindung

Mit dem im Bundestag beschlossenen Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sollen Apotheken mehr Verantwortung und Aufgaben übernehmen, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Dazu zählt unter anderem die eigenverantwortliche Akutversorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln unter bestimmten Bedingungen sowie weitere Leistungen in der Prävention.

Die ABDA kann sich jedoch auch weitere Aufgaben vorstellen. So hat sie in dem neulich erschienenen Positionspapier »Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung«, weitere Bereiche aufgelistet, die Apotheken künftig übernehmen könnten. Auf sieben Seiten wird unter anderem eine »definierte Ausweitung von Selbstbehandlungsmöglichkeiten mit apothekerlicher Unterstützung« für Krankheiten wie Konjunktivitis, Sinusitis, Rachenentzündungen und Allergien aufgelistet. Scharfe Kritik kommt daran nun aus der Ärzteschaft.

Keine »Primärversorgung light«

In einer Mitteilung kritisieren die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) das Positionspapier und warnen vor mehr Bürokratie und Kosten. Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der KBV, übt zudem Kritik an der kürzlich beschlossenen Erhöhung des Apothekenfixums.

»Trotz der Aussagen der Ministerin, dass alle ihren Beitrag zu leisten hätten, ist für die Anhebung des Apothekenfixums offensichtlich genug Geld da, nämlich rund eine Milliarde Euro. Die erhofften Vergütungen für die gewünschte Pseudo-Primärversorgung sind darin natürlich noch nicht enthalten«, kritisiert Gassen scharf mit Blick auf das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz.

In dem Zuge kritisiert er auch die vorgesehenen Kürzungen bei der niedergelassenen Ärzteschaft und den Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Praxen müssten sich auf diese Sparmaßnahmen einstellen und ihr Leistungsangebot entsprechend anpassen, während Apotheken davon profitieren möchten.

Sowohl Gassen als auch Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), machen deutlich, dass es keinen »Schulterschluss« bei den von der ABDA verkündeten Plänen gibt. »Die Ärzteschaft erteilt einer solchen Primärversorgung light eine klare Absage«, lautet ihr Fazit.

Reinhardt forderte zudem eine Stärkung der bestehenden ärztlichen Versorgung und eine sinnvolle Zusammenarbeit der Professionen statt »paralleler Strukturen, die mehr Bürokratie als Entlastung schaffen«.

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