Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Kammer Baden-Württemberg
-
Braun im »Team Kooperation«

Kooperation und Vernetzung der Heilberufler sind angesagt – aus Sicht der Apothekerschaft. »Wir wollen gedeihlich zusammenarbeiten«, betont Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Es gebe keine Kampfansage an die Ärzte. »Ich bin im Team Kooperation.«
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 16.06.2026  16:45 Uhr

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sei auch ein Anknüpfungspunkt für die Zukunft, betonte Braun in der 17. Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg am 16. Juni 2026 in Stuttgart. Die Versammlung im Hybrid-Format rundete die aktuelle Wahlperiode ab.

Die im ApoVWG verankerten Maßnahmen müssten weiterentwickelt werden, um die Apotheken zu stärken. Der Beruf werde sich erheblich verändern, prognostizierte der Präsident. »Apotheken müssen die anvertrauten Aufgaben und Dienstleistungen auch erbringen. Jetzt liegt es an uns als Berufsstand.«

Kooperation statt Kampfansage

»Als Apotheker sind wir gut beraten, die Kooperation voranzutreiben«, sagte er mit Blick auf die Primärversorgung. Die Apothekerschaft setze auf Kooperation statt Konfrontation, die Ärzteschaft eher auf Konfrontation und das Bundesgesundheitsministerium ausschließlich auf Kooperation.

Sobald Apotheker mehr Befugnisse oder mehr Geld bekämen, gebe es einen Aufschrei, erinnerte er an die Einführung der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). »Diese Reflexe funktionieren heute noch.« Angesichts neuer Befugnisse für Apotheker spreche die Ärzteschaft von Kompetenzüberschreitung und einer »Primärversorgung light«, die strikt abzulehnen seien. Als Konter habe sie »äußerst kreative« Vorschläge wie Abgabestellen in Drogeriemärkten, Online-Versandhandel und Dispensierrecht für Ärzte vorgelegt.

Heftige Kritik habe das aktuelle Positionspapier der ABDA zur zukünftigen Rolle der Apotheke in der Primärversorgung ausgelöst, erklärte Braun. Der Leitgedanke stehe schon in der Präambel: mehr Vernetzung der Gesundheitsprofessionen, mehr Synergien und koordiniertes Zusammenwirken aller Beteiligten. Die Vorschläge sollten mit den Ärzten eng abgestimmt werden.

Brauns Resümee zum Positionspapier war klar: Es gehe um Kooperation, Vernetzung und konstruktive integrative Optimierungsvorschläge und nicht um eine Kampfansage. »Wir wollen gedeihlich zusammenarbeiten. Ich bin im Team Kooperation.«

Mehr von Avoxa