| Melanie Höhn |
| 18.06.2026 16:00 Uhr |
Jens-Andreas Münch ist Präsident der Apothekerkammer. / © Apothekerkammer Sachsen-Anhalt
Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) hat am vergangenen Freitag den Bundesrat passiert. Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt steigt das Fixum zum 1. Juli 2026 im ersten Schritt auf 9 Euro. Ab dem 1. Januar 2027 erhöht sich das Fixum auf den im Koalitionsvertrag versprochenen Wert von 9,50 Euro.
Bei der gestrigen Versammlung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt betonte deren Präsident Jens-Andreas Münch, dass die Erhöhung des Fixums helfe, die wirtschaftlich angespannte Situation vieler Apotheken »zumindest etwas zu entlasten«. Die Staffelung sei ein Zugeständnis gewesen und fairerweise »müssen wir zugestehen, dass wir als Einzige wirklich etwas bekommen«, so Münch weiter. »Keine Frage – mehr und schneller wäre besser gewesen und im Grunde haben wir schon seit zehn Jahren einen Sparbeitrag geleistet, aber dennoch ist das jetzt erst einmal gut so.«
Dass mit der Erhöhung des Kassenabschlags die Erhöhung der Apothekenvergütung allerdings gleich wieder konterkariert wird, trübe die Freude erheblich. »Man kann nur hoffen, dass der Einwand der Länder vielleicht doch noch eine Veränderung herbeiführt. Ich gebe allerdings zu, dass ich da noch etwas pessimistisch bin«, so Münch.
Laut Münch tragen die erweiterten Befugnisse, weitere pDL und eine stärkere Einbindung der Apotheken in die Prävention den Berufsstand zur Verbesserung der Versorgung bei. Die neuen Möglichkeiten seien wirtschaftlich interessant für die Apotheken. »Das umzusetzen, wird Zeit brauchen«, sagte er. Denn die Einführung neuer Leistungen bedeute auch erst einmal Aufwand, etwa in räumliche Voraussetzungen und fortgebildetes Personal, aber es böten sich auch »große Chancen, die wir auf keinen Fall verspielen sollten«, so Münch.
Alles in allem ist die nun weitestgehend vorliegende Reform »sicher besser als die der Vorgängerregierung und auch wenn noch Wünsche offenbleiben, weist doch einiges zumindest in eine richtige Richtung«, betonte Münch.