| Ev Tebroke |
| 11.06.2026 10:30 Uhr |
Chancen der Apothekenreform: Nach fünf berufspolitisch intensiven Jahren stehen die Zeichen nun auf Zuversicht, betonte der Präsident der Landeapothekerkammer Brandenburg, Jens Dobbert, auf der letzten Delegiertenversammlung der Legislatur. / © Imago/Chromorange
Es war die letzte Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer Brandenburg (LAK) in dieser Legislatur. »Diese Kammerversammlung ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonders«, unterstrich Kammerpräsident Jens Dobbert am Mittwoch in Potsdam. »Die zurückliegenden fünf Jahre waren voller Herausforderungen, Veränderungen, politischen Auseinandersetzungen und grundlegenden Weichenstellungen für unseren Beruf«, so der Kammerpräsident.
Beginnend 2021 mit der Pandemie, war die Zeit geprägt von Krisen, Krieg, Lieferengpässen, Inflation, Kostenexplosion und Fachkräftemangel. Der steigende wirtschaftliche Druck auf die Apotheken kulminierte zuletzt in eine nie dagewesene Schließungswelle. Politische Reformideen setzten die Apotheken dabei zunehmend unter Druck.
In all den Jahren hätten die Apotheken und ihre Mitarbeiter ihre große Leistungsfähigkeit bewiesen. Die Landeapothekerkammer wiederum habe sich als verlässlicher Dienstleister für Apothekenmitarbeitende und als Stimme für den Berufsstand etabliert.
LAK-Präsident Jens Dobbert blickt auf eine turbulente berufspolitische Legislatur zurück. / © PZ/Tebroke
Die Krisenzeiten hätten verdeutlicht, wie wichtig eine zuverlässige Arzneimittelversorgung ist. Diese von den Apotheken garantierte Verlässlichkeit sorge auch für sozialen Frieden, unterstrich Dobbert. Ebenso die Sicherstellung der Versorgung trotz der andauernder Lieferengpässe. Nach wie vor sind demnach mehr als 500 Wirkstoffe nicht lieferbar.
»Wir handeln!«, hob Dobbert mit Blick auf die Leistungen der Apotheken hervor. Dies tauche aber in keiner Statistik auf. Die Kritik der Kassen an der notwendigen und nun auch politisch legitimierten Honorarerhöhung für Apotheken lasse zudem die steigenden Kosten außer Acht. Sicher hätten die Apotheken mittlerweile mehr Umsatz. »Aber Umsatz und Gewinn sind nicht dasselbe«, so Dobbert.
Der LAK-Präsident verwies auf die sinkenden Apothekenzahlen. Bundesweit gibt es aktuell noch 16.541 Apotheken. In Brandenburg ist die Zahl von 563 (2021) auf 519 (August 26) gesunken. Zu den wirtschaftlichen Belastungen kämen zudem die steigenden Anforderungen im Apothekenalltag sowie der »Bürokratiewahnsinn« hinzu.