Wenn es nach der KV Hessen geht, führt dieser Wegweiser in Zukunft ins Nichts. / © Imago Images/Reiner Zensen
»Wenn wir schon alles auf den Kopf stellen, dann sollten wir auch radikale Ideen zulassen«, postuliert die KV in ihrer Pressemeldung. Die beiden Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Armin Beck monieren, dass Politik und Standesvertretung die Apotheken zu »Arztpraxen light« machen wollten. Es werde zudem viel Geld dafür ausgegeben, dass in Apotheken («pharmazeutischen Verkaufsstellen«) 95 Prozent der Fertigarzneimittel abgegeben würden, gleichzeitig kaum eine Dienstleistung angeboten werde, »die noch etwas mit Pharmazie im eigentlichen Sinne zu tun hat«.
Apotheken würden sich offenbar »vorrangig über den Beiverkauf von Gummibärchen und Kosmetika« finanzieren. »Wozu brauchen wir solche Apotheken also eigentlich noch?«, fragen sich die Vorstände. Diese Frage sei »alles andere als rhetorisch«. Hier liege ein »Milliardensparpotential«.
Die KV stellt sich die Versorgung anders vor, etwa über den Onlineversandhandel, schlägt zudem vor, Abgabestellen in Drogeriemärkten einzurichten, und bietet direkt an, sich um die Schulung des Personals zu kümmern. Überfällg sei auch das Dispensierrecht für Arztpraxen. Damit ließe sich »eine durchgehende und flächendeckende Arzneimittelversorgung organisieren und gleichzeitig sehr viel Geld einsparen«.
Die Praxen könnten zudem den Praxis- und Sprechstundenbedarf und den Bezug von Impfstoffen organisieren. Weiterer Vorschlag: »Für die Versorgung der restlichen Bevölkerung sollte pro 250.000 Einwohner eine Regionalapotheke mit einem 24/7-Fahrdienst ausreichen, die man idealerweise in der Nähe eine zukünftigen Integrierten Notfallzentrums (INZ) einrichten könnte.«