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Kammer Baden-Württemberg
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Braun im »Team Kooperation«

Kooperation und Vernetzung der Heilberufler sind angesagt – aus Sicht der Apothekerschaft. »Wir wollen gedeihlich zusammenarbeiten«, betont Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Es gebe keine Kampfansage an die Ärzte. »Ich bin im Team Kooperation.«
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 16.06.2026  16:45 Uhr

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sei auch ein Anknüpfungspunkt für die Zukunft, betonte Braun in der 17. Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg am 16. Juni 2026 in Stuttgart. Die Versammlung im Hybrid-Format rundete die aktuelle Wahlperiode ab.

Die im ApoVWG verankerten Maßnahmen müssten weiterentwickelt werden, um die Apotheken zu stärken. Der Beruf werde sich erheblich verändern, prognostizierte der Präsident. »Apotheken müssen die anvertrauten Aufgaben und Dienstleistungen auch erbringen. Jetzt liegt es an uns als Berufsstand.«

Kooperation statt Kampfansage

»Als Apotheker sind wir gut beraten, die Kooperation voranzutreiben«, sagte er mit Blick auf die Primärversorgung. Die Apothekerschaft setze auf Kooperation statt Konfrontation, die Ärzteschaft eher auf Konfrontation und das Bundesgesundheitsministerium ausschließlich auf Kooperation.

Sobald Apotheker mehr Befugnisse oder mehr Geld bekämen, gebe es einen Aufschrei, erinnerte er an die Einführung der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). »Diese Reflexe funktionieren heute noch.« Angesichts neuer Befugnisse für Apotheker spreche die Ärzteschaft von Kompetenzüberschreitung und einer »Primärversorgung light«, die strikt abzulehnen seien. Als Konter habe sie »äußerst kreative« Vorschläge wie Abgabestellen in Drogeriemärkten, Online-Versandhandel und Dispensierrecht für Ärzte vorgelegt.

Heftige Kritik habe das aktuelle Positionspapier der ABDA zur zukünftigen Rolle der Apotheke in der Primärversorgung ausgelöst, erklärte Braun. Der Leitgedanke stehe schon in der Präambel: mehr Vernetzung der Gesundheitsprofessionen, mehr Synergien und koordiniertes Zusammenwirken aller Beteiligten. Die Vorschläge sollten mit den Ärzten eng abgestimmt werden.

Brauns Resümee zum Positionspapier war klar: Es gehe um Kooperation, Vernetzung und konstruktive integrative Optimierungsvorschläge und nicht um eine Kampfansage. »Wir wollen gedeihlich zusammenarbeiten. Ich bin im Team Kooperation.«

Kein Einstieg in den Fremdbesitz

Braun verwies auf zentrale (Neu-)Regelungen im ApoVWG wie die Erprobung der vorübergehenden Aufrechterhaltung des Apothekenbetriebs in ländlichen Regionen durch erfahrene PTA. »Diese Regelung hätte man nicht gebraucht.« Aber es sei ihm versichert worden, dass dies kein Einstieg in den Fremdbesitz sein soll.

Der Betrieb einer Zweigapotheke könne nur als Erweiterung einer bestehenden Betriebserlaubnis einer nahegelegenen Apotheke genehmigt werden. Eine isolierte Gründung von (Zweig-)Apotheken in Fremdbesitz sei auch künftig nicht möglich, betonte er.

Klar begrüßte der Präsident die Erweiterung des Leistungsspektrums in Apotheken durch Impf-, Test- und Präventionsangebote.

Neu seien die annähernde Verdoppelung der Notdienstpauschale und die Einführung honorierter Teilnotdienste. In einem eigenen Positionspapier habe die LAK im März 2025 konstruktive Vorschläge zum »Notdienst in Not« gemacht und Gespräche mit Politikern auf vielen Ebenen geführt. Wichtige Gedanken des Papiers seien im Gesetz gelandet – dafür hätten viele Kollegen Kärrnerarbeit geleistet, dankte er allen.

ApoVWG beeinflusst die Fortbildung

Wie das ApoVWG die Fortbildung beeinflussen wird, berichtete Vizepräsidentin Silke Laubscher. Zu neuen pDL, zur Abgabe von Rx-Arzneimitteln bei akuten unkomplizierten Erkrankungen sowie zu Impfungen mit Totimpfstoffen würden Schulungen angeboten, kündigte sie an. Für PTA und Pharmazeuten im Praktikum werde es extra Impf-Schulungen geben. Neu geplant seien Fortbildungen für Lehrende an PTA-Schulen.

Habe sich die Fortbildung bereits zunehmend in die digitale Welt verlagert, so werde derzeit auch der Einsatz von KI in der Fortbildung erprobt, sagte Laubscher.

Digital wird auch die Neugestaltung der Zukunftswerkstatt sein, die 2011 gegründet wurde, um junge Kollegen besser wahrzunehmen und für die Kammer- und Gremienarbeit zu gewinnen. Das Ziel der Zukunftswerkstatt sei erreicht worden, sagte Laubscher stolz. Das neue Konzept »Next Gen@LAK BW« setze auf digitale Meetings mit allen Kammermitgliedern, die ihre Approbation vor drei Jahren erhalten haben. Die Teilnehmenden könnten selbst Themen festlegen und diskutieren. Auch hier solle abschließend ein Meinungsbild festgehalten werden. »Wir wollen damit eine Community junger engagierter Kollegen aufbauen.«

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