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Apotheken in Hamburg

Antigentests in der Apotheke sichtbarer machen

Die Apothekeninhaberin Heike Gnekow von der Adler-Apotheke in Hamburg führt seit Dezember Antigentests durch. Nun möchte sie sich mit anderen Apotheken in der Hansestadt über eine gemeinsame Webseite zusammenschließen, um die neue Aufgabe der Offizinen sichtbarer zu machen. Mit der Durchführung von Antigentests könnten die Apotheken insgesamt ein positives Signal an ihre Kunden senden, findet die Apothekerin.
Charlotte Kurz
19.02.2021  09:30 Uhr

Mit der aktuellen Debatte um die kostenlosen Corona-Schnelltests ab 1. März ist klar, auf die Apotheker kommt neben der Verteilung von Schutzmasken bald auch noch eine weitere wichtige Aufgabe zu: das Testen. Zwar bieten viele Apotheker bereits Antigentests in der Apotheke oder in einer benachbarten Räumlichkeit seit Dezember 2020 an. Dass die Tests allerdings vom Gesundheitsamt oder vom Land beauftragt und die Kosten dafür übernommen werden, ist eine noch relativ junge Idee. Ein Beispiel dafür sind die fünf Apotheken-Testzentren im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg, die seit einigen Tagen kostenlos Tests für alle Bewohner im Landkreis anbieten. Als hätte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dort inspirieren lassen, will er nun flächendeckend kostenlose Antigentests, auch in Apotheken, ermöglichen.

Dafür vorbereitet ist Heike Gnekow, Apothekeninhaberin der Adler-Apotheke in Hamburg. Sie führt Antigentests in leerstehenden Räumlichkeiten in einem benachbarten Einkaufszentrum bereits seit Ende Dezember durch. Künftig testet sie auch im Auftrag der Stadt. Mit der Sozialbehörde Hamburg schloss die Apothekerin einen Vertrag ab, um Personen zu testen, die etwa eine entsprechende Warnmeldung der Corona-App oder ein Testergebnis für eine anstehende Reha benötigen. Darüber hinaus bietet sie auch Tests für Selbstzahler für 39 Euro an.

Die Abrechnung der beauftragten Tests läuft über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg . Für den Plan des Bundesgesundheitsministers, ab 1. März kostenlose Schnelltests auch in Apotheken anzubieten, würde sich Gnekow jedoch wünschen, dass die Abrechnung über die Rechenzentren erfolgt, ähnlich wie die Abrechnung der Schutzmasken für Risikopatienten. Dies sei die »schlankere Variante«. Noch völlig offen ist jedoch, wie der von Spahn angekündigte Plan in die Praxis umgesetzt werden soll.

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