| Alexander Müller |
| 18.05.2026 13:30 Uhr |
Die ABDA warnt in ihrer Stellungnahme zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor einer weiteren Ausdünnung der Apotheke Landschaft. / © Imago/Guido Schiefer
Mehr als 16 Milliarden Euro will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) im GKV-System einsparen. Das Vorhaben soll unbedingt noch vor der Sommerpause beschlossen werden. Obwohl den Apotheken von der Regierung im Koalitionsvertrag eine Honorarerhöhung versprochen wurde, sollen sie jetzt über einen erhöhten Kassenabschlag sogar zusätzlich belastet werden.
Die Erhöhung des Kassenabschlags von derzeit 1,77 auf 2,07 Euro pro Packung entzieht den Apotheken laut ABDA-Stellungnahme 170 Millionen Euro netto jährlich. Dies schlage direkt auf das Betriebsergebnis durch und werde einen weiteren erheblichen Rückgang der Apothekenbetriebsstätten und somit Leistungseinschränkungen für die Patienten bedeuten.
Zumindest eine Befristung des Abschlags sei erforderlich, fordert die ABDA. Außerdem sollte der Abschlag als Nettobetrag ausgewiesen werden, um zusätzliche Umsatzsteuerbelastungen zu vermeiden.
Zentraler Punkt für die ABDA ist aber, dass die Regierung endlich ihr Versprechen einlöst und auch beim Honorar aktiv wird: »Die Apotheken fordern Planungssicherheit und die sofortige Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Erhöhung des Apothekenfixums auf 9,50 Euro«, heißt es in der Stellungnahme zum GKV-BStabG. Schließlich hätten die Apotheken aufgrund der jahrelang verschleppten Vergütungsanpassung schon »Sparbeiträge in Milliardenhöhe« geleistet.
Der Koalitionsvertrag dürfe nicht konterkariert werden. »Wenn politisch fest versprochene Stärkungsmaßnahmen weiterhin nur unverbindlich mündlich angekündigt werden, neue finanzielle Einschnitte aber in konkreten Gesetzestexten verankert werden, schadet das der Glaubwürdigkeit massiv und fügt den Apotheken als mit der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in Deutschland Beauftragten irreparablen Schaden zu«, heißt es in der Stellungnahme.