| Daniela Hüttemann |
| 10.04.2026 07:00 Uhr |
Die Ergebnisse wurden jetzt im »British Medical Journal« (BMJ) veröffentlicht. Demnach waren beide Impfstoffe sicher und induzierten eine Immunantwort. Nach der Impfung mit VPM1002 entwickelten 65 Personen (1,68 Prozent) eine Tb, 80 Personen (2,09 Prozent) nach Immunovac-Vakzine und 82 Personen (2,13 Prozent) nach Placebo-Impfung.
»Zwar bot keiner der beiden Impfstoffe einen allgemeinen Schutz vor Tb oder verhinderte eine latente Tb-Infektion, doch zeigten beide die Fähigkeit, bei denjenigen, die eine latente Tb entwickelten, das Fortschreiten zu einer aktiven Tb zu verhindern«, heißt es in einer Pressemitteilung des BMJ.
Keiner der beiden Impfstoffe schützte wirksam vor pulmonaler Tb. VPM1002 zeigte aber immerhin eine Wirksamkeit von 50,4 Prozent gegen extrapulmonale Tb in allen Altersgruppen. Bei Immuvac waren es dagegen nur 33,2 Prozent Wirksamkeit gegen extrapulmonale Tb. Bei Personen mit einem positiven Tuberkulin-Hauttest zeigten sich beide Vakzine jedoch wirksamer und konnten eine extrapulmonale Tb besser verhindern.
»Diese Ergebnisse deuten auf einen potenziell bedeutenden Nutzen für die öffentliche Gesundheit hin, da extrapulmonale Tb, die Organe außerhalb der Lunge befällt, oft mit einem höheren Sterberisiko verbunden ist als pulmonale Tb«, schreiben die Forschenden.
VPM1002 schnitt zudem bei den Sechs- bis 14-Jährigen besser ab. Hier zeigte sich eine Schutzwirkung gegen alle Tb-Formen, während Immuvac nur einen gewissen Schutz vor extrapulmonaler Tb bei den Sechs- bis Zehnjährigen bot. Das galt allerdings nicht für Kinder mit Untergewicht.
»Entscheidungsträger sollten die Ergebnisse unserer Studie berücksichtigen, wonach VPM1002 im Vergleich zu Placebo in allen Altersgruppen über einen bestimmten Zeitraum eine Impfwirksamkeit von 50,4 Prozent bei der Verringerung der extrapulmonalen Tb aufwies, sowie die potenziellen wirtschaftlichen Vorteile dieser Verringerung«, schreibt das Studienteam.
Beide Impfstoffe könnten zum Schutz vor pulmonaler Tb und extrapulmonaler Tb bei Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 18 Jahren in Verbindung mit Nahrungsergänzung sowie in allen Altersgruppen zum Schutz vor extrapulmonaler Tb eingesetzt werden.
Da in vielen Ländern eine BCG-Impfung bei Neugeborenen verabreicht werde, könnten Auffrischungsimpfungen mit rekombinantem BCG (also VPM1002) im Alter von fünf bis acht Jahren, zwölf bis
14 Jahren und 18 bis 35 Jahren Schutz vor beiden Tb-Formen in den am stärksten gefährdeten Gruppen sowie in der Allgemeinbevölkerung bieten. Eine Eliminierung der Tb wäre nur möglich, wenn Auffrischungsimpfungen in jüngerem Alter verabreicht würden.
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