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SARS-CoV-2

Zeit, sich an den Pandemieplan zu erinnern

Pandemiepläne

1999 publizierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den ersten Influenzapandemieplan. Seitdem bereiten sich viele Länder gezielt auf eine Influenzapandemie vor. Nach der Pandemie 2009 wurden die Nationalen Pandemiepläne mehrer europäischer Länder überarbeitet und veröffentlicht. Auch Deutschland hat sich dieser Aufgabe gestellt.

Der aktuelle globale Pandemieplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammt aus dem Jahre 2017. Ergänzend dazu publizierte die WHO im Jahr 2018 eine Checkliste, welche die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Nationalen Pandemieplanung unterstützen soll. Ziele der WHO-Empfehlung sind (1) die WHO-Mitgliedstaaten in ihrer Pandemieplanung zu unterstützen und (2) die nationale und internationale Pandemieplanung und -bewältigung zu harmonisieren.

Phaseneinteilung der WHO

Die WHO beschreibt eine interpandemische Periode (Phasen 1 und 2) eine pandemische Warnperiode/Alarm-Phase (Phasen 3, 4, und 5) und die Pandemie (Phase 6). Wenn sich die globale Risikoeinschätzung entspannt, kann eine Deeskalation in Bezug auf global eingeleitete Maßnahmen erfolgen (Übergangsphase).

Obwohl die WHO noch nicht eine SARS-CoV-2-Pandemie ausgerufen hat, sind doch deutliche Merkmale einer Pandemie unübersehbar. Dieses Szenario wird in der »Phase 6« (Pandemiephase) des Pandemieplans der WHO beschrieben. In dieser Phase wird unterschieden, ob

  • ein Land noch nicht betroffen ist,
  • ein Land betroffen ist oder enge Handels- oder Reisebeziehungen mit einem betroffenen Land hat,
  • die Aktivität zurückgegangen ist, oder es sich um
  • eine zweite Pandemiewelle handelt.

Ziel der Maßnahmen hier sind die Minimierung der Auswirkung der Pandemie. In der Phase 6 hat sich das Virus angepasst und eine effektive Übertragbarkeit ist erreicht. Die Übertragungseigenschaften und Ausbreitung des Virus schließen eine Eindämmung aus. Die Zielstellung verlagert sich damit darauf, die Auswirkungen der Pandemie zu reduzieren. Maßnahmen, die eine Ausbreitung verlangsamen, haben weiterhin Bedeutung, da hierdurch die Zahl der Erkrankten insgesamt reduziert werden kann, Belastungsspitzen in verschiedenen Bereichen verringert werden können, und ein Zeitgewinn erzielt werden kann, zum Beispiel für einen in absehbarer Zeit verfügbaren Impfstoff.

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