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Covid-19

Wo Patienten per Schnellzug verlegt werden

Weltweit beherrscht die Coronavirus-Pandemie die Schlagzeilen. Die PZ gibt einen Überblick über die Entwicklung rund um den Globus und die Maßnahmen in ausgewählten Ländern.
PZ/dpa
01.04.2020
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Afghanistan. Die afghanische Regierung hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Aufklärungskampagne auf Twitter gestartet. Dies ging aus einer Anweisung an alle Regierungsinstitutionen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag. »Nehmt Corona ernst«, heißt es auf einem Logo in den sozialen Medien, das von Institutionen der Regierung verbreitet wird. Zudem werden Hinweise in den Landessprachen Dari und Paschto veröffentlicht, wie Menschen sich und andere vor einer Ansteckung schützen können. Dabei gibt es in Afghanistan sehr viele Analphabeten, insbesondere unter alten Menschen. Nach Angaben der Unesco können insgesamt nur vier von zehn Menschen ab einem Alter von 15 Jahren lesen und schreiben.

Vertrauen und ehrliche Kommunikation von Regierungsseite sei in der Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen essentiell, mahnt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan. »Es bedarf einer klaren, zeitnahen, maßvollen und ehrlichen Kommunikation und Führung. Die Menschen müssen in die Lage versetzt werden, sich selbst zu schützen«, so die Hilfsorganisation. Afghanistan sei im Gesundheitswesen durch vier Jahrzehnte Krieg und Konflikte sehr verwundbar. Inzwischen stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit SARS-CoV-2 in Afghanistan auf 196. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte deutlich höher sein, da laut Gesundheitsministerium nur etwas mehr als 2.000 Menschen getestet wurden. Landesweit gab es fünf bestätigte Todesfälle.

Der einsichtige Präsident

Brasilien. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat seinen Ton mit Blick auf das Coronavirus geändert, nachdem er es wochenlang heruntergespielt und Einschränkungen des öffentlichen Lebens kritisiert hatte. »Das Virus ist eine Realität. Wir stehen vor einer der größten Herausforderungen unserer Generation«, sagte er in einer Fernsehansprache am Dienstagabend (Ortszeit), in der er sich ungewohnt empathisch gab. Er mache sich Sorgen um das Leben und auch um den Erhalt der Arbeitsplätze, sagte Bolsonaro. Das Mittel gegen die Pandemie könne jedoch nicht schlimmer sein als deren Auswirkungen. Mehr als 40 Prozent der Brasilianer gehen einer informellen Arbeit nach und haben kaum Rücklagen.

Bolsonaro führte die Maßnahmen an, die die Regierung schon ergriffen habe und hob das Einfrieren der Preise für Medikamente für 60 Tage hervor. Nach Insider-Berichten aus Brasília hatten Militärs zu der Mäßigung geraten. Den 15. Tag in Folge protestierten Tausende Brasilianer in verschiedenen Städten während der Ansprache mit »panelaços«, also Töpfen und Pfannen, auf die sie schlugen, gegen den Präsidenten und dessen ihrer Meinung nach laxen und gefährlichen Umgang mit der Covid-19-Pandemie. »Bolsonaro weg«- und »Mörder«-Rufe wurden aus offenen Fenstern laut. Vor einer Woche hatte Bolsonaro das Coronavirus im Fernsehen als »gripezinha« (kleine Grippe) verharmlost und eine »Rückkehr zur Normalität« gefordert. Mit dieser Haltung isolierte er sich zuletzt in Brasilien zunehmend politisch.

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