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Anästhesie
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Wie Narkotika wirken

Die moderne Medizin wäre ohne Narkosen unvorstellbar. Zahlreiche unterschiedliche Substanzen werden inhalativ oder parenteral als Anästhetika eingesetzt – oft kombiniert mit Wirkstoffgruppen wie Muskelrelaxanzien und Opioiden. Ein Überblick über dieses Spezialgebiet der Arzneimitteltherapie.
AutorKontaktAnka Röhr
Datum 13.11.2022  08:00 Uhr

Rolle der Klinikapotheker

Apotheker spielen eine wichtige Rolle im perioperativen Arzneimittelmanagement; dies beginnt bei der Aufnahmeanamnese vor elektiven Eingriffen (Fallbeispiel). Direkt am Aufnahmetag auf Station oder beim Termin zur prästationären Untersuchung (Covid-Abstrich, MRSA-Test, Aufnahmelabor) können sie gemeinsam mit den Patienten die Hausmedikation erfassen. Beim pharmazeutischen Aufnahmegespräch geht es darum zu klären, mit welcher Dauermedikation der Patient stationär aufgenommen wird.

Da Apotheker einen wesentlich engeren Bezug zu Arzneimitteln haben als Pflegekräfte, die in der Regel sonst die Medikation der Patienten erfragen und hinterlegen, können bereits an dieser Stelle Unklarheiten in der bestehenden Arzneimitteltherapie beseitigt werden. Das Spektrum reicht von der Korrektur von Schreibfehlern in Präparatenamen bis hin zum Erfragen der kompletten Medikation, zum Beispiel über den Hausarzt. Aktuelle, gut leserliche, optimalerweise nach den Angaben des bundeseinheitlichen Medikationsplans erstellte Medikationspläne erleichtern die Arbeit. Im Gespräch sollen zudem freiverkäufliche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel berücksichtigt werden, die häufig nicht im Medikationsplan des Arztes stehen.

Die Medikation kann, falls vorhanden, in der elektronischen Patientenakte dokumentiert oder bei papiergestützten Dokumentationssystemen in Form von pharmazeutischen Konsilen erfasst werden.

Im nächsten Schritt können Apotheker eine Umstellung auf eine adäquate Klinikmedikation vorschlagen. Dabei lassen sich die Laboruntersuchungen direkt zur Kontrolle der Nierenfunktion und eventuell Anpassung der Arzneimitteltherapie heranziehen. Ein Interaktionscheck sowie Vorschläge zum perioperativen Umgang mit kritischen Wirkstoffen wie den direkten orale Antikoagulanzien runden die Arzneimittelanamnese ab. Findet diese vor dem Prämedikationsgespräch mit dem Anästhesisten statt, hat dieser die komplette Medikation bereits in korrekter Form vorliegen.

Optimalerweise begleiten Apotheker die Arzneimitteltherapie der Patienten weiter und sind im Entlassprozess ebenfalls eingebunden. Immer mehr Kliniken schätzen diese pharmazeutische Dienstleistung und stellen dafür Personal zur Verfügung.

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