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Vielfältige Einflüsse
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Wie Gender und Psyche interagieren

Frauen sind Angsthasen, Männer sind Angeber: Solche Klischees helfen in der geschlechtersensiblen Medizin kein Stück weiter, denn jeder Mensch ist bekanntlich einzigartig. Dennoch haben das biologische und das soziokulturelle Geschlecht – Sex und Gender – einen großen Einfluss auf Erkrankungswahrscheinlichkeiten. Besonders in der Psychiatrie.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 04.06.2026  18:00 Uhr

Verschiedene Modelle

Um die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei psychischen Erkrankungen zu erklären, gibt es verschiedene Modelle. »Das biologische Modell fokussiert auf den Einfluss der Hormone«, erklärte Roll. Daneben existiert das psychologische Modell, wonach Frauen pauschal bestimmte Eigenschaften wie ein vermehrter Neurotizismus, ein negativer Affekt und eine interpersonale Orientierung (man definiert sich vor allem über seine Beziehung zu anderen, Tendenz zu Unterordnung zum Wohl der Gruppe) zugeschrieben werden. Das soziale Modell hingegen gehe davon aus, dass Frauen häufiger von Gewalterfahrungen und Traumatisierungen betroffen sind als Männer.

Auch hirnorganisch lassen sich Unterschiede zwischen Mann und Frau feststellen. Doch Vorsicht: »Es gibt kein 100 Prozent weibliches oder 100 Prozent männliches Gehirn«, betonte Roll. Tendenziell hätten Männer eine größere Konnektivität innerhalb der Gehirnhälften als Frauen. »Deshalb gelingt es ihnen besser, fokussiert zu arbeiten.« Bei Frauen sei dagegen die Konnektivität zwischen den Gehirnhälften stärker ausgeprägt, weshalb sie besser darin seien, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen.

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